Mittwoch, 1. Februar 2012

1563 "Ein böses Erwachen für die Höllenengel" - hier die in Kiel. Endlich schreiten die Ordnungskräfte einmal energisch gegen diese Typen ein!


Man kann es gar nicht laut genug in die Welt hinausrufen: Diese Bande, die, in einigen Städten mittlerweile verboten, in einer ganzen Reihe von Orten aber weiter ihr Unwesen treiben kann, ist mordsgefährlich - im wahrsten Sinne des Wortes. Die heutige Ausgabe der HAZ befasst sich auf etwa einer dreiviertel Seite mit dem fraglichen Thema.

Der Journalist Günter Schellhase - ein bis dato dem Blogger noch nie begegneter Verfasser von Nachrichten - schildert einleitend, wie der Chef der Hells Angels in Kiel wutschnaubend in der Sansibar, dem Vereinstreff der Kielcer Rocker, verschwnidet (auch in Hannover pfleg(t)en sich die Rocker - welch seltsame Duplizität der Gegebenheiten! - in einem Etablissement gleichen Namens zu versammeln). Was hatte ihn wohl so in Rage gebracht, dass, wie der Autor sinngemäß schreibt, die im Moment herrschende klirrende Kälte nicht ausreichte, um ihn abzukühlen?

Nun, das Innenministerium hatte im Zusammenwirken mit der Sonderkomission "Rocker" beim Landeskriminalamt 300 Polizisten auf die 25 wichtigsten Mitglieder dieser Bande angesetzt, die diese am Dienstag, also gestern, schon um 6 Uhr in der Frühe aus dem Schlaf klingelten. Mit auf den Weg gegeben worden war ihnen von der Einsatzleitung ein "Passen Sie gut auf sich auf, und denken Sie an Ihre Eigensicherung". Welcher Verhaltensmaßregel in Bezug gebracht werden muss zu der Erschießung eines Beamten in Rheinland-Pfalz, wo die Beamten 2010 ähnlich gegen einen Rocker vorgegangen waren.

Beschlagnahmt wurden im Zuge dieser bis dato in Kiel einmaligen Aktion Waffen verschiedener Art, mit Bargeld gefüllte Umschläge - beschriftet mit "Trust" oder "Anwalt" -, Computer sowie Unterlagen, aus denen die finanziellen Verflechtungen innerhalb dieser Gruppierung hervorgehen. Schon deren kurze Sichtung muss soviel an Belastungsstoff gegen die Kieler Hells Angels erbracht haben, dass das Ordnungsamt einschreiten und ein Verbot aller weiteren Aktivitäten nach dem Vereinsgesetz verfügen konnte.

Der Sündenkatalog, der jetzt den Kieler Banditen vorgelegt werden kann, hat es in sich und liest sich wie folgt: "Auf das Konto des Vereins, so die Ermittlungen, gehen laut Polizie Gewalttaten, unerlaubter Waffenbesitz, Waffen- und Drogenhandel, außerdem wurden Frauen zur Prostitution gezwungen, Prostituierten wurde Geld abgepresst. ... Der 1994 gegründete Verein verfolge fas Ziel, Gebiets- und Machtansprüche auf dem kriminiellen Sektor gegenüber anderen verfeindeten Rockerkorganisationen wie den Bandidos und den Mongols durchzusetzen."

Der Blogger, der sich bis dato in einer ganzen Reihe von Einträgen mit diesen seltsamen Henis befasst hat, kann und wird es nicht so recht begreifen, wieso erst jetzt gegen die Bande eingeschritten wird, obwohl alle Delikte längst bekannt sind und auch zügig hätten aufgeklärt werden können - nur halt zu einem viel, viel früheren Zeitpunkt. Wenn er sagt "nicht so recht", dann hat er bei sich im Hinterstübchen das ganze rechte Gelumpe, welches, nach dem verlorenen Krieg völlig ungeschoren davongekommen, die Strukturen der "neuen" Bundesrepublik entscheidend prägen konnte.

So kann es ihn auch nicht weiter verwundern, dass der Obermatador der Hells Angels, der Frank Hanebuth, in der Hauptstadt des Rockertums à la Hells Angels sich siegessicher geben kann - so, wie von Tobias Morchner, einem Kollegen des vorgenannten Journalisten, in seiner Kurzdarstellung der Szene dort festgehalten, einer Szene, gegen die man irgendwie ungern vorzugehen scheint, obwohl in ihr genau die Verbrechen begangen werden, die jetzt in Kiel zum Vereinsverbot geführt haben: "Dennoch gilt Hannover bundesweit weiterhin als eine Hochburg des Hells Angels. Regelmäßig treffen sich die Rocker in ihrem Klubhaus in der Badenstedter Straße. Nach wie vor übt Frank Hanebuth mächtigen Einfluss auf die übrigen Hells-Angels-Chefs im Land aus. Auch scheint seine Popularität ungebrochen. 'Wir haben derzeit Anfragen ohne Ende. Alle wollen bei uns Mitglied werden', sagt der Hells-Angels-Chef. Sorgen über ein mögliches Verbot des hannoverschen Charters macht sich der wegen Körperverletzung Vorbestrafte hingegen nicht: 'Es gibt überhaupt keinen Grund, den Klub auch in Hannover zu verbieten', sagt er" - und kann sich dabei der Rückendeckung von Herren gewiss sein, die auf der politischen Bühne entweder eine Hauptrolle gespielt haben oder aber auch noch spielen.



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