Freitag, 31. Januar 2014

2320 Wie war das doch noch bei seinen Studienanfängen an der Münsteraner Uni? Martin Cross erinnert sich/1.


 
Das Alter Ego von Martin Cross hat zu einer Zeit, als noch kein Gedanke an seine spätere Schreiberei im Internet war, entsprechende Aufgaben sehr gerne ausgeführt. Überhaupt waren es nur die Semesterarbeiten und am Ende seines Studiums dann die Examensarbeiten, mit denen er brillieren konnte. Das ganze Drumherum interessierte ihn recht wenig - mit der Folge, dass unter seinem Abschlusszeugnis nur die Durchschnittsnote "Befriedigend" stand. Was heutzutage ja niemandem aus den Reihen der Studenten und Studentinnen zu wünschen ist, der sich mit seinem Examenszeugnis irgendwo bewerben möchte. Weil eine Drei bei den die Auswahl von Bewerbern vornehmenden Herrschaften ganz schlecht ankommt und den Betreffenden mehr oder weniger als Versager abstempelt. Insofern kann sich der Schreiber dieser Zeilen sagen, dass er gerade zur rechten Zeit sein Studium hat aufnehmen und beendigen können. 
  
Besonders die Sonderaufgaben, die, in aller Regel gestellt von einem Tutor, waren es, die es den am Anfang seines zweiten Lebensjahrzehnts stehenden jungen Mann besonders angetan hatten. Mit ihnen setzte er sich besonders gern auseinander, weil es ihm Spaß machte - anders als bei anderen, einfach nur Wissen abfragenden Aufgaben -, seine Gedanken schweifen zu lassen und sich kreativ zu betätigen. 
 
 
Wer sich den Text der 1966 im zweiten Studiensemester angefertigten Semesterarbeit bis hierher angeschaut hat, der wird wohl auch dessen gewahr, dass es nicht nur die Möglichkeit, die Gedanken frei schweifen zu lassen, gewesen sein kann, die den zu der Zeit 21-Jährigen bei dieser Aufgabenstellung besonders reizten, sondern darüber hinaus die gleichzeitig auch erforderliche Konzentration.

 
  
 


  

 

Wer sich die Mühe macht, die Arbeit durchzulesen wie auch die Hieroglyphen zu entziffern, die der Tutor Vogt unter sie gesetzt hat, der wird wohl zu dem Ergebnis kommen, dass die Bewertung gerecht ist. Wer das Abschlussstatement nicht enträtseln will, dem sei es hier präsentiert: "Eine höchst vorbildliche Arbeit. Hervorragend die straffe Gedankenführung, die Selbständigkeit und kritische Stellungnahme."  Anstelle dieser recht ausführlichen Bewertung hätte der Doktorand Vogt auch eine "1+" unter die von ihm geprüfte kleine wissenschaftliche Abhandlung setzen können. Die aber wäre nicht so aufschlussreich für deren Leser gewesen, denen sie im Weiteren als Musterarbeit vorgelegt werden sollte.

Aufgrund ihrer recht überzeugenden wissenschaftlichen Argumentation schloss ein anderer Tutor, der sie ebenfalls zu Gesicht bekam, darauf, dass der sie Vortragende auch trotz seiner noch sehr geringen Erfahrung im Studium in der Lage sein werde, selber eine Gruppe von jungen Studenten anzuleiten und in die Grundbegriffe und -techniken des Faches Geschichte einzuführen. Ein entsprechendes Stellenangebot - zu der Zeit war es verquickt mit einer monatlichen Überweisung von 400 DM auf das bei der Deutschen Bank eingerichtete Konto -, nahm der so recht früh mit wissenschaftlichem Lorbeer Bedachte aber nicht an. Weil er ihm nämlich vor dem ganzen seines Erachtens gedanklich überhaupt nicht weiterführenden Zeugs graute, welches ihm in den Studienplänen serviert wurde und vor dem ihm einfach graute.

Aus eben diesem Grunde ließ er alles an sich vorbeirauschen, was ihn nicht interessierte, seine Aufmerksamkeit nur den Stoffen widmend, die ihn, wie in dem zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommenen Geographiestudium, wo er einen Schlenker hinüber zur Geologie machte, besonders ansprachen. So etwa das ihm bis dahin völlig unbekannte Phänomen der Kontinentaldrift, welches von
 
Alfred Wegener, einem der weltweit bedeutendsten Geowissenschaftler, erforscht und beschrieben worden ist. Neben solch elementaren Einsichten in das, was die Vorgänge auf unserem Planeten weitgehend bestimmt und was auch das Zeug hat, Einsichten in Strukturzusammenhänge zu liefern, musste das, was im Umfeld der entsprechenden Lehrveranstaltung abgehandelt und in den Seminarübungen von den in das Studienfach Geographie Eingeschriebenen verlangt wurde, total verblassen.

Zurück zu dem, was als den in den ersten Studiensemestern stehenden jungen Mann besonders angesprochen hatte - der Sonderaufgabe. Sie ließ, anders als die, bei denen einfach nur irgendein Stoff durchzuhecheln war, Zeit und Raum für völlig eigenständige und durch nichts abgelenkte Überlegungen. Mit einer solchen höchst kritischen Grundhaltung ausgestattet, sollte es dem an der WWU Münster eingeschriebenen Philologiestudenten auch im Weiteren nicht schwerfallen, mit Aufgaben wie der vorstehend gelösten fertigzuwerden. Von dieser Grundhaltung profitierte er auch einige Zeit später, als eine weitere Sonderaufgabe vergeben wurde. Bei der handelte es sich um die Rezension der Schülerzeitschrift "underground". Deren Titelblatt zierte eine aus einem Gully herausgestreckte, einen mit einer Lunte versehenen Sprengkörper tragende Hand.

Professor Dr. Lassahn, Leiter des pädagogischen Seminars an der Münsteraner Uni, der diese Aufgabe vergeben hatte, holte nach der Durchsicht der ihm vorgelegten Arbeit den zusammen mit seiner damaligen Freundin - der späteren Ehefrau - seinen im Audi Max sitzenden Schüler nach vorn an das Rednerpult und ließ ihn die ca. 15 Schreibmaschinenseiten umfassende "Expertise" vorlesen. Nachdem er sie folgendermaßen kommentiert hatte: "Hiermit bekommt die Hörerschaft das Beste präsentiert, was es dazu auf dem Markt gibt."

PS: Leider kann der, der hier nach einigem Kramen in seinen Erinnerungsstücken auf die mit Überschrift nur 7 Seiten umfassende Arbeit gestoßen ist und sich darüber freut, dass das ihm zur Verfügung stehende und nur noch als etwas ramponiert erscheinende Exemplar jetzt dauerhaft konserviert wird, diese zweite mit einem "1+" versehene wissenschaftliche Abhandlung nicht mehr greifen. Sie ist über die langen Jahre nach seinem Studienabschluss hinweg einfach irgendwie abhanden gekommen. Anstelle der Zeugnisse, die ihm eine nur mittelmäßige Gesamtleistung bescheinigen, zöge er es heute vor, in sie hineinzuschauen, statt sich über die Gesamtzensur "Befriedigend" zu ärgern.






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