Freitag, 22. Juli 2011

1263 Der Staatsapparat - in Gang gesetzt und vorangetrieben vornehmlich durch Angst- und Verunsicherungsmechanismen: Auch einem als "demokratisch" sich ausweisenden System eignen die entsprechenden Komponenten in einem viel zu starken Maße.


Generelles AS (AnteScriptum): Werte/r geneigte/r Leser/in: Sofern Ihnen Form und Inhalt dieses Eintrags zusagen, sollte dessen Weitergabe oder aber gleich des Blogs via Link*** an Ihren Freundes- und Bekanntenkreis eigentlich nichts im Wege stehen. Für den Fall, dass Sie auch über die Adressen offiziöser Stellen verfügen: Geben Sie das Material ruhig auch an die weiter. Damit vielleicht der/die eine oder andere der dort Tätigen sich besinnt und nicht mehr mitmacht bei dem hierzulande weiter und weiter veranstalteten Wahnsinnstreiben. So, dass die von Politikern gepflegte, nur dem Eigeninteresse verpflichtete Verfälschung der Wirklichkeit denn doch einmal ein Ende findet und die Demokratie eine Chance bekommt, mehr zu sein als bisher - eine nur nützliche Fiktion."
***Wie ein Link zu übernehmen ist, findet sich in Post
999 dargestellt, und zwar unter PS2.
0. Ein wenig Stoff als Vorspann
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In dem es nur wenige Lichtblicke gibt - als da wären
  • das von einer Bank geschnürte "Fairnesspaket", welches das Publikum auf den Empfang folgendermaßen einstimmt: "Freuen Sie sich auf Neues im Leben";
  • eine seit 110 Jahren ununterbrochen mit nur 4 Watt in einer Feuerwehrstation im fernen Amerika leuchtende Birne als einziges Zeugnis einer Dauerhaftigkeit, die etwas Wünschenswertes beinhaltet, nämlich einen Lichtblick. Der einfach zu der freudigen Nachricht aus der Bankenwelt hinzutreten muss, um die recht düstere Landschaft und die entsprechend gestimmtern Gemüter aufzuhellen vermag;
  • der Fußball - als das daneben noch Einzige, was die D(L)eut(s)chen interessieren soll. Wobei sie dann hochbefriedigt zur Kenntnis nehmen dürfen, dass wenigstens eine deutsche Frau bei der soeben ausgetragenen Weltmeisterschaft im Frauenfußball mit von der Partie ist, nämlich eine Schiedsrichterin. Was ja doch zumindest etwas Balsam ist für die geschundene und wunde deutsche Seele.
AS: Um bei dem fraglichen Thema den zentralen Punkt gleich vorwegzunehmen: In so gut wie allen Zusammenhängen scheint es das vorrangigste Ziel der Herrschaften in unseren Landen zu sein, den Individuen die Selbstbestimmung zu verwehren, Angst und Unsicherheit aufkommen zu lassen, und ihnen, sie entmutigend und ihnen die Möglichkeit verbauend, sich als kreativ zu erfahren, so insgesamt die Freude am Leben zu nehmen.




Liebes Leben,
das in uns ist und alles umfasst,
du bist der ich bin, und das ist wunderbar,
lass uns dein Wirken erkennen,
lass uns tun, was wir wirklich wollen,
denn das ist, was du willst.
Alles, was wir heute brauchen, gibst du uns
und vergibst uns alles,
weil auch wir vergeben.
Und lass uns nicht überheblich werden
(weil wir sind wie du),
sondern mache uns frei und einig.
Denn durch dich sind wir lebendig
und kraftvoll
und würdevoll
in Ewigkeit.
Amen.
Stefan Werner





24. Juli 2011
 

Anders gesagt: die Bürger sollen nach dem Willen der tonangebenden Schichten und Tycoons gerade auch hierzulande auf etwas reduziert werden, was eigentlich überhaupt nicht ihrem tiefsten inneren Verlangen entspricht und gerecht wird, nämlich die Rolle als Konsumenten. Die nichts anderes mehr im Sinn haben als diesen ganzen Markenzirkus, der pausenlos um sie herum veranstaltet wird. Und die von einem Shopping-Event - oder wie immer diese Veranstaltungen auch heißen mögen - zum nächsten jagen, um sich nur nach getaner Tat nur ja sagen zu können "Da habe ich aber mal wieder ordentlich gespart!" Dies insbesondere dann, wenn sie sich so mit irgendeinem edlen Teil haben ausstatten können, das ihnen ja Status vermitteln soll.
 

Damit wird eine ganz perfide Taktik verfolgt, die innerhalb einer noch viel weiter gespannten Strategie zum Tragen kommt und die darauf hinausläuft, dass sich die Zeitgenossen total der Möglichkeit beraubt erleben, Momente einer tiefen inneren und von daher wahren Freude zu erfahren. So frustriert, macht sich insbesondere auch in unseren Breiten und unter der gegenwärtigen Regierung eine Frustration ohne Ende breit und kommt es zu dem dramatischen Anstieg von Depressionserscheinungen, der in dem vorstehenden, von einem roten Feld umgebenen Text nachgezeichnet wird. Dies alles, dieweil
  • pausenlos die Erfahrung vermittelt wird, a) nichts Eigenes zustandebringen und b) sich speziell auch gegenüber den übermächtigen Institutionen und Gestalten nicht behaupten zu können;
  • die zu "ganz, ganz großen Angebote und Lösungen" aufgeblasenen Gegenstände und Konzepte - hier sei nur gedacht an die "Kaderschmiede Kindergarten" (s. den vorstehend gebrachten Text) - sich in aller Regel als irreführend und dazu auch noch als äußerst schädlich erweisen;
  • die Individuen sich darauf verwiesen sehen, sich kompensierenderweise alle möglichen Ersatzbefriedigungen reinzuziehen. Von daher ist es dann auch zu erklären, wieso der Konsum gerade hierzulande eine so exorbitante Rolle spielt, und wieso die Zeitgenossen darauf getrimmt werden, über ihren eigenen gehobenen Konsum Status zu dokumentieren.

1. Ein wenig Stoff zum Elend im frühen Kindesalter~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Elend, um welches es hier also zuvörderst gehen soll und dessentwegen man eigentlich nur noch die Augen zum Himmel verdrehen kann, beginnt doch jetzt schon auf einer noch früheren Stufe als noch vor nicht allzulanger Zeit. Nämlich auf der des Kleinkindalters. Da werden - unter dem Vorwand, sie müssten fit gemacht werden für die "Leistunggesellschaft" - die Kids darauf getrimmt, irgendwelche ihnen vorgegebenen Inhalte zu repetieren. Dies anhand des vorstehenden, in Post 1254 schon einmal gebrachten Artikels sehr schön zu verfolgen.

Niedergeschrieben von jetzt leider nicht mehr ausfindig zu machender Hand, stellt er das dem Kleinkind eigentlich gemäße Lernen dem Drill gegenüber, dem es, diesem aus Gründen letztlich nur des besseren Prestiges für die Eltern unterworfen, sich über weite Strecken des Tages hinweg unterziehen muss. Im Text heißt es dazu: "Bergmann [soeben verstorbener hannoverscher Erziehungswissenschaftler] beschreibt, was im Gehirn eines vierjährigen Kindes passiert, wenn es über eine Wiese läuft und eine schöne Blume entdeckt, an ihr riecht, sie befühlt, beobachtet, wie der Wind sie bewegt. Kinder entwickelten bei solchen spielerischen Erfahrungen ein Reservoir von inneren Bildern, für die sie erst später Begriffe fänden, und zwar solche, die mit eigenen Erfahrungen gefüllt und im Gegensatz zu auswendig gelernten Wortschnipseln unvergesslich bleiben."

In dem Text heißt es zu der wohl von jedem aus der eigenen Erfahrung heraus bestens nachvollziehbaren Sicht heraus weiter: "Das Bild, das Bergmann zeichnet, wenn das vierjährige Kind die Blume nicht bestaunen darf, sondern neben einer Erzieherin hockt, die zu im sagt 'Look, this is a flower. Say it again: a flower', nimmt sich dagegen armselig aus. Versuche man mit modernen Verfahren auch hier, Hirnaktivitäten sichtbar zu machen, leuchteten höchstens zwei, drei Gehirnbereiche auf. Die Blume in all ihren sinnlichen Facetten werde auf eine bloße Abstraktion reduziert."

Im gleichen Atemzug aber mit der Reduzierung der Umwelt auf ein paar kümmerliche Begriffe - und daran ändert sich auch nicht das Mindeste, wenn sie in einer fremdem Sprache repetiert werden - einher geht die Reduzierung des Freude-Potentials, welches im selbständigen Entdecken und Erschließen der Welt beschlossen liegt. Dazu mehr ausgeführt hat der in dem Text auch kurz vorgestellte Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther, der übrigens schon mehrfach in diesem eLogbuch aufgetaucht ist.
2. Ein wenig Stoff zum Marionettencharakter von Presse & Politik~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Mit dieser Reduzierung der Umwelt und der Möglichkeiten einer selbständigen Auseinandersetzung geht aber auch einher ein größeres Verfügbarwerden des Individuums für von außen an es herangetragene Interessen. Und genau dies ist der Punkt, um den sich im Kern alles dreht: Die Individuen sollen bei oder in ihrer Weltsicht gelenkt und auf bestimmte Vorstellungen und Wünsche festgelegt werden.  

Dieses natürlich nur zu Nutz und Frommen derer, die in unseren Landen es eigentlich zu sagen haben: die Fäden, an denen die "Regierenden" wie Marionetten hängen, lässt man beispielsweise von den Redaktionsräumlichkeiten bei BILD aus bedienen.

Wobei die Macher dieser Schundgazette ja nicht allein dastehen, wie sich aus dem vorstehend gebrachten Auszug aus dem ZEITmagazin unschwer ablesen lässt. Da versteigt man sich in der Redaktion bei der Präsentation eines Outfits - zu den "Entdeckungen der Woche" gerechnet - zu folgendem hymnischen Lobgesang: "Die Farben! Der Schal! Die Stiefel! Dieses OUTFIT des Mannheimer Labels Schumacher steht exemplarisch für seine großartige Herbst/Winter-Kollektion". Gewissermaßen als i-Tüpfelchen neben dieses tolle Model mit dem noch tolleren Outfit die noch tolllererere "Badeente" gestellt, die irgendwie - man kann's kaum glauben! - schon einen kultigen Status erlangt haben muss. Hier darum der Rat: Liebe Leute - wenn Ihr sonst wenig zu Hause habt, was den Anspruch erheben könnte, etwas Besonderes zu sein, Euch somit auszeichnend: Eine "kultige Badeente" könnte diesem Missstand abhelfen!

"Bild Dir Deine Meinung" wird von dem nicht ganz so seriös wie das ZEITmagazin daherkommenden Revolverblatt immer wieder in einem scheinbar emanzipatorischen Ansatz oder aus einem entsprechenden Impetus heraus gefordert - ohne dass tatsächlich auch nur ein Fitzelchen Interesse an einer solchen auf Eigenständigkeit zielenden Grundhaltung vorhanden wäre. Das, worum es diesen schrägen Typen bei BILD geht, ist doch das genaue Gegenteil einer kritischen Grundeinstellung: das Nachplappern von irgendwelchen in den Think Tanks der ganz großen Richtlinienbestimmer ersonnenen Parolen und Losungen.

" 'Glaubwürdige Politik fußt auf verlässlichen Überzeugungen und einem stabilen Wertfundament', so lautet ein Standpunkt des Spitzenkandidaten": Mit diesen Worten wird in einer soeben erschienenen Ausgabe der HAZ Lorenz Caffier zitiert. Der möchte in MeckPomm gerne Landesvater werden und hofft offensichtlich, mit solch markigen Sprüchen Wählerstimmen einfangen zu können. Dabei geht es ihm aber gar nicht um Politikkonzepte und deren Umsetzung in die Realität, sondern ausschließlich darum, auf Biegen und Brechen Eindruck zu schinden. Dass er sich bei dem von einer Werbeagentur für ihn ersonnenen Spruch "C wie Zukunft" (s. auch die Internetseite www.c-wie.de) hinsichtlich der Resonanz einigermaßen verkalkuliert hat, kann jeder, der zu lesen vermag, sehr schön dem vorstehend gebrachten Bericht entnehmen. Der für den Blogger auch nur wieder einmal belegt, wie hohl eigentlich das ganze von den politischen Bühnen herabtönende Geschwafel ist.

3. Ein wenig Stoff zu den Blindgängern in Bildung & Wirtschaft~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Diese Stimmung für oder gegen etwas machen sollenden Parolen und Losungen verfangen leider in der Bevölkerung immer wieder, weil diese dummerweise weithin nicht allzuviel auf dem Kasten hat und weil sie gerade auch von daher nicht gewahr wird, dass hinter einer gefällig daherkommenden Formulierung sich höchst unangenehme Dinge für sie zu verstecken pflegen. In diesem Zusammenhang hier angeführt als eines der hierzu nahezu zahllos aufzuzählenden Beispiele: Das Allheilmittel Hartz IV, welches Schröder, dieser Gauner, im Auftrag der Mächtigen nur allzu bereitwillig unter das ihm ja fast alles unheimlich gläubig abnehmende Volk gebracht hat.
Unter das Volk gebracht wird pausenlos etwas, was sich auf den ersten Blick als plausibel und - wie es so gerne von den Politikern apostrophiert wird - "alternativlos" darstellt. So beispielsweise bei dem jetzt von der von und zu und über alle Maßen von sich selbst begeisterten von der Leyen ins Spiel gebrachten Bildungspaket oder der endlosen Kette von Bildungsreformen, von denen eine jede es eigentlich nur verdiente, in die Tonne getreten zu werden.


In Richtung Tonne sich zubewegend auch die Riester-Rente - jedenfalls für ganz, ganz viele Bürger, die, von provisionshungrigen "Beratern" zu einem für sie ungünstigen Abschluss verleitet, im Nachhinein fragen müssen, welchen Vorteil sie denn nun von der ganzen Geschichte eigentlich haben. "Alternativlos" natürlich auch: Biodiesel. Der, erst als Klimaretter hochgejubelt, dann Gott sei Dank die Leutchen doch rebellisch werden lässt, weil er die Umwelt mehr beeinträchtigt als dass er ihr - und den Menschen! - nutzt.

Wie hat man doch - um auf das Feld der Bildung zurückzukehren - beispielsweise die Mengenlehre hochgepriesen - um nach einiger Zeit festzustellen, dass sie nur fauler Zauber war. Dito bei der Einführung des Bachelor- und Mastergrades. Dito bei dem letztlich alle Beteiligten frustrierenden, oben bereits angesprochenen Drill. Hinter dem im Grunde nicht mehr steht als der Wunsch, die ihm hilflos Ausgelieferten auf eine honorig und reputierlich erscheinende Weise für eine längere Zeit ruhigstellen zu können.
4. Ein wenig Stoff zu den Umtrieben von Unternehmern~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wie hat man das Verkleiden von Fassaden mit den hässlichen grauen Platten doch begrüßt - um im Nachhinein sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob und wie man den Asbest bloß am besten entsorgen kann. Gerade an letzterem Beispiel auch wieder festzumachen: Das vorrangige Interesse seitens der Politik, irgendwelchen Anbietern von noch so großem Ramsch oder gar höchst schädlichen Produkten nur ja einen möglichst großen Absatzmarkt zu verschaffen.

Um auf das Beispiel Stuttgart 21 zu kommen, welches in diesem Blog sich jetzt schon reichlich oft angesprochen findet - Suchworte hier: "Herrenknecht" und "Tunnelbauer": Da werden eilfertig alle das fragliche Projekt betreffenden Vorlagen durchgewunken und da wird alles schleunigst unter den Teppich gekehrt, was als gewichtiges Argument gegen eben dieses Projekt ins Feld geführt werden könnte. Der Clou in dem gegebenen Zusammenhang: Dass das "Cleverle", also der Späth, in den Aufsichtsrat der Herrenknecht AG berufen worden ist. In Anerkennung der im Sinne der Firma auf der politischen Bühne getroffenen Entscheidungen.


Überhaupt - die Unternehmer: Sie können in unseren Breiten schalten und walten, wie oder wonach ihnen der Sinn steht. Immer finden sie die Rückendeckung von sowohl dem Gesetzgeber wie der Judikative. Da muss schon das EU-Parlament her, um beispielsweise zu erreichen, dass die Verbraucher wenigstens etwas Infomation über die Inhaltsstoffe in ihrer Nahrung zu erhalten. Auch hier wieder äußerst bezeichnend: Die in dem vorstehenden Text als in Großbritannien bestens funktionierende Ampelkennzeichnung ist von der Lebensmittelindustrie abgeblockt worden. Mit der Folge, dass der Lebensmittelkäufer sich jetzt nur bei ganz starker Konzentration mitkriegen kann, wie seine Nahrung sich zusammensetzt: Mit nur 1,2 mm - in Worten: eins komma zwei Millimeter! - hohen Buchstaben und Zahlen ist die entsprechende Information gedruckt. Ein ganz, ganz kleiner Schritt seitens der Regierung in Richtung von mehr Selbstbestimmungsmöglichkeit für Kunden: www.lebensmittelklarheit.de. Dass die Kaufmannsehre jetzt so krampf- oder zwanghaft ins Spiel gebracht wird, um verlorenes Terrain wiedergutzumachen - so aus dem nachfolgenden Text ersichtlich -, belegt doch eigentlich nur, wie sehr man sich allenthalben bei der Jagd nach dem Profit verrannt hat.
Anhand eines sehr sprechenden Beispiels wurde in Post 1260 die deutsche Rechtsprechung in Sachen Öffentlichmachung von Übelständen in einem Unternehmen in all ihrer Fragwürdigkeit vorgeführt und hier anhand eines neueren Materials noch einmal aufgegriffen:

5. Ein wenig Stoff zu dem Protegiertwerden von Tycoons und der Gnadenlosigkeit gegenüber Entrechteten~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die unbarmherzigen Regelungen, die von dem Gesetzgeber in die Hartz IV-Bestimmungen eingebaut worden sind, sind letztlich nur dazu da, die Arbeitnehmer gefügig zu stimmen und sie, beseelt von dem Wunsch, nur ja nicht auf das entsprechende Niveau abzusinken, auch nicht eine Spur von Widerstandsgeist gegenüber Anforderungen und Zumutungen zu entwickeln, die der resp. die Arbeitgeber sich einfallen lassen, um die Menschen noch mehr zu drangsalieren. Die Meinungsfreiheit am Arbeitsplatz - wo ihr ein besonderes Gewicht allein von daher zukäme, weil die Bürger den größten Teil ihrer Zeit eben dort verbringen: eine Vorstelllung, die nur ein ganz, ganz blauäugig Daherkommender hegen kann!Auch so gut wie ohne jede Chance: Leute, die von irgendeiner Versicherung - oder etwa einem Anlagenvermittler wie dem Riesengauner Maschmeyer - übers Ohr gehauen worden sind:

Für sie besteht immer nur die Möglichkeit der Einzelklage. Die von dem Gesetzgeber allein deshalb so eingeführt und ausgestaltet worden ist, um nur ja Schadensersatzansprüche von eben solchen Gaunerkonsortien abzuwenden. Gäbe es, wie in anderen Zusammenhängen eigentlich auch unbedingt wünschenswert, die Möglichkeit von Sammelklagen: die für die immer wieder immensen Schäden Verantwortlichen könnten sich dann keinen schlanken Fuß machen und aus der Angelegenheit einfach so mir nichts dir nichts davonstehlen.



Hiermit ist der Blogger ja noch lange nicht am Ende. Aber da es jetzt auf 23 Uhr zugeht, soll hier erst mal ein Päuschen eingelegt werden. ....... So, jetzt ist es Sonntag in der Frühe und es kann weitergehen im Text. Dabei zunächst vorgestellt der Artikel "In den Mühlen der Bürokratie". Der es, wie dort an einem wunderbar erhellenden Beispiel ausgeführt resp. in akribischer Manier protokolliert, aufzeigt, zu welch herablassender Haltung man sich seitens der Repräsentanten des Staates gegenüber dem einfachen Bürger aufzuschwingen neigt - ihn dabei total rechtlos stellend. Es steht zu hoffen, dass Wolfgang R. - bezeichnend auch hier wieder, wie die Redaktion der HAZ sich bemüht, das Jobcenter der Region dadurch zu schonen, dass der sowieso schon kaum näher Befragbare sogar noch hinter einem Pseudonym versteckt wird - mit seinen Forderungen nach Ausgleich für verlorengegangene Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente bei Gericht durchkommt. Wozu hier nur gesagt sein soll, dass sämtliche Gerichte in Deutschland nicht eben sonderlich arbeitnehmerfreundlich zu entscheiden pflegen. Wie ja zuvor bereits schon festgestellt.

Ganz miserabel dastehend übrigens auch die Strafgerichtsbarkeit. Da wird doch unter der Schlagzeile "Die Kammer war der Überzeugung" - zu finden in der Ausgabe 29/11 der FAS - der Fall des Lehrers Horst Arnold vorgestellt, der fünf Jahre lang unschuldig im Gefängnis hat verbringen müssen, weil eine Strafkammer ganz leichtfertig zahlreiche Indizien übergangen hat, die dafür sprachen, dass an der von dem Opfer einer angeblichen Vergewaltigung mit Analverkehr eigentlich gar nichts dran sein konnte. Das "Opfer", ebenfalls Lehrkraft, weithin bekannt als "Märchentante", hatte allerdings keinerlei Schwierigkeiten damit, speziell den Vorsitzenden der Darmstädter Strafkammer, die im Endeffekt den Lehrer Arnold zu fünf Jahren Haft verdonnern sollte, davon zu überzeugen, dass ihre Schilderungen des Tathergangs auf Wahrheit beruhten. Ein Armutszeugnis für die Strafgerichtsbarkeit insgesamt dabei: Dass es eines riesigen Aufwandes und ungeheurer Anstrengungen seitens der Verteidigung bedarf, um überhaupt die Wiederaufnahme eines Verfahrens zu erreichen.
6. Ein wenig Stoff zu den Mechanismen der Verarmung~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ein Landesbischof - aufgefordert von Jesus, ihm nachzufolgen: Würde der in einen Lehrgang der Sozio-Ökonomie einsteigen, der die Prinzipien des Geldwesens zum Thema hat? Prinzipien, denen folgend das Geldwesen als Instrument verwandt wird, um nach römischen (!) Recht die Sklaverei in der Moderne zu begründen? Nein, dies würde er nicht tun - so jedenfalls die Ansicht des Verfassers des vorstehend gebrachten Leserbriefs aus dem Obdachlosenjournal Asphalt, eines gewissen Herrn Dr. Petschow aus Langenhagen.

Diese Frage stellend und ein ganz anderes "Strandgut" meinend als das, was in dem Werbeinserat für die Autostadt Wolfsburg angesprochen wird (man lese dazu auch "Der Aufstand des Gewissens - abgesagt"), verweist der Schreiber der fraglichen Zeilen darauf, dass a) die Verarmung in der Welt monetären Gesetzen folge, b) Jesus diese Regeln der Ausbeutung gekannt habe, c) die Kirche die diesbezüglichen Perikopen bis hin zu deren völliger Unbrauchbarkeit abgeändert und verunstaltet habe, und d) die österliche Auferstehung der Töchter und Söhne Gottes eigentlich nur im Sinne Jesu Christi geschehen könne: dem es in allererster Linie darum gegangen sei, dass die Menschen sich nicht dadurch zum Sklaven ihrer selbst machen, dass sie sich bei ihrem ganzen Tun und Trachten letztlich nur auf Geldgeschäfte verlegen ("Man kann nicht zwei Herren dienen").

Geldgeschäfte ganz einfacher Art wollten auch die Nazis tätigen. Indem sie nämlich einfach die Güter der hauptsächlich wohl deshalb so verketzerten Juden an sich zogen, weil dieses Vorhaben so gegenüber der Öffentlichkeit als plausibel dargestellt und ohne deren Einmischung über die Bühne gebracht werden konnte. Einen solchen Aspekt in die Betrachtung dessen einzubringen, was sich zu Zeiten des Dritten Reiches hierzulande abgespielt hat, hat bis dato wohl noch niemand sich unterstanden - eben weil das Diktat der Finanzmagnaten und ihrer Entourage so rigide und karrieregefährdend ist. So etwas in die Welt zu setzen, wird deshalb wohl kaum jemand in der in Deutschland gerne als "freie Presse" bezeichneten Publikationslandschaft wagen, eben weil es existenzvernichtend sein kann. Wie die unterstrichenen Zeilen in der "Rangliste der Pressefreiheit 2010" belegen mögen. Die festhalten, dass "völlig normale journalistische Arbeitsabläufe kriminalisiert werden" - nach Auffassung des DJV ein "Skandal-Urteil" -, zu dem es im Zuge einer Korruptionsaffäre in Sachsen gekommen ist.

Einer solchen Bedrohung seiner Existenz aber ist gerade hierzulande jeder Werktätige oder Angestellte ausgesetzt: Immer muss er damit rechnen, dass ihm - auch, wenn er noch so gute Arbeit leisten mag - der Stuhl vor die Tür gesetzt wird, ein Akt, welcher die Spirale der persönlichen Armut in Gang setzt. Mit einem solchen Druckmittel ausgestattet, fällt es den Tycoons und deren Sachwaltern - die leider Gottes gerade auch hierzulande sogar in den Gerichten sitzen - natürlich leicht, ihre Vorstellungen von dem durchzudrücken, was zu sein hat und was nicht.


Durchdrücken will selbstverständlich auch die Klosterkammer Hannover - mit der der Blogger eine Zeitlang auch im Clinch gelegen hat - ihre finanziellen Forderungen gegenüber den Erbpachtnehmern. Die, weil wohl kaum ein Gericht ihnen Gehör schenken kann, weil alle rechtlichen Regelungen so abgefasst worden sind, dass gegen sie - selbst bei dem hier ja allemal nicht unterstellten besten Willen der Richter - anzukommen so gut wie unmöglich sein dürfte, sich darauf verwiesen sehen, ihren Protest betreffend die für sie exorbitante Zinserhöhung zum Ausdruck zu bringen, indem sie Schilder durch die Gegend tragen - oder aber diese an den Umfriedungen ihrer Gärten befestigen. In einer solchen Situation wird sich gewiss mancher unter den Pächtern gewünscht haben und weiterhin wünschen, dass doch einfach mal ein Blitz dreinschlagen möge. Und sei es in den Turm der Wennigser Klosterkirche, der, im Moment noch gänzlich eingerüstet, quasi auf ihre Kosten renoviert wird. Dazu auch noch soeben ein Telefonat mit einem Wennigser Bürger geführt, der angab, seit dem Jahr 2006 statt bis dahin 380 Euro per anno 5400 Euro für sein 1200 Quadratmeter großes Grundstück aufbringen zu müssen. Womit die Klosterkammer Hannover den Erbpachtnehmern praktisch die Möglichkeit nimmt, ihre Häuser im Bedarfsfall weiter zu veräußern. Es sei denn, sie nähmen exorbitante Preisabschläge in Kauf. Weil dies aber niemand von ihnen wollen kann, ist es ja auch, wie in diesem Blog jetzt schon an mehreren Stellen berichtet, dazu gekommen, dass Hausbesitzer ihre Hütte einfach plattgemacht haben.

Und jetzt noch dieses Malheur: "Aus, aus, aus - Deutschland wird nicht Weltmeister"!Und: "Zerplatzt". Noch nicht einmal mehr die Möglichkeit der Ersatzbefriedigung für all die erlittene Unbill ist den Bewohnern dieses Landes geblieben! Wie traurig und unaushaltbar! Jedenfalls für den, der so gut wie nichts im Koppe hat.
Der auch noch Beifall klatscht, wenn ihm von den privaten Fernsehanstalten der allergrößte Mist ins Haus geliefert wird. Und der sich, stimuliert durch solche Anzeigen, wie sie sich hier einleitend präsentiert finden, regelmäßig und mit einer riesigen Begeisterung zu den Grabbeltischen etwa bei MEDIA-MARKT hin auf den Weg macht, dabei vor sich hinmurmelnd: "Ich bin doch nicht blöd!"
Zum Abschluss dieser Erörterung aber denn doch noch wieder etwas mehr Aufbauendes. Zu finden als Editorial in der jüngsten Ausgabe der Obdachlosen-
Zeitschrift Asphalt:
In dem der Herausgeber Walter Lampe den Bürgern von Stadt und Umland Hannover wünscht, dass sie zur Ruhe kommen. Einer Ruhe, die angesichts der permanenten Hetze im Alltag - wer die wohl auslösen und permanent befördern mag?!?! - hochnötig ist und sogar glücklich macht. Nicht zuletzt, weil sie das Individuum in Einklang mit sich selbst bringt. Welche Erfahrung in den abstrusen Verhältnissen, in denen zu leben wir ja gezwungen sind, perfiderweise systematisch ausgeschaltet wird.

PS: Ergänzend zu diesem Eintrag das, was sich in Post 1274 zu der Problematik ausgesagt findet, die mit der fast ausschließlichen Parteienwerbung via Wahlplakate verknüpft ist.

1274 "Wer die Wahl hat ...": Analyse von Plakaten zu den anstehenden Kommunalwahlen durch zwei Kenner der Materie.


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