Mittwoch, 14. März 2012

1631 "Zu süß, zu fett, zu bunt": Wie die Lebensmittelindustrie Produkte auf den Markt wirft, die Kinder an die eigene Marke binden sollen.



Der von dem Redaktionsmitglied Sascha Meyer verfasste und heute in der HAZ veröffentlichte Bericht über die Machenschaften der Lebensmittelindustrie wird umgehend auch in den Post 1605 eingestellt. Dieweil es dort nämlich darum geht, dass der Staat in so gut wie allen Bereichen sich immer nur auf die Wahrnehmung von Nachtwächterfunktionen beschränkt, dabei alles außer Acht lassend, was die Lebensinteressen der Bundesbürger fundamental berührt.

In dem Artikel wird vor allem deutlich, wie die fraglichen Produzenten arbeiten, um durch den Konsum von Süßwaren, Snacks und Softdrinks durch Kinder möglichst hohe Umsätze zu erzielen. Da wird also mit mehr als 720 Millionen Euro ein Werbeetat eingesetzt, der hundertmal so groß ist wie der für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Da werden ferner die Eltern motiviert, ihren Sprösslingen "Zwischenmahlzeiten" zu verabreichen - mit dem Argument, die Kinder bräuchten immer denn mal wieder eine kleine Stärkung, oder Fruchtzwerge unterstützten den Aufbau gesunder Knochen. Wobei im Hintergrund nur das Interesse steht, in Schulkantinen und an Kiosken möglichst viel von dem Zeugs loszuwerden. Da werden schließlich die Lütten selbst mit Sprüchen und Bildmotiven wie den folgenden dazu verleitet, möglichst oft zuzugreifen: "Die wecken den Tiger in dir" (Slogan von Kellogg's auf den Frosties-Packungen): "Weil's prima schmeckt und Kräfte weckt" (in alter Werbejingle der Kakao-Marke Nesquick); Wikie, der mutige Wikinger - von den Joghurtbechern der Firma Bauer lächelnd - soll den jungen Konsumenten einsuggerieren, sie würden, wenn sie sie leerten, auch so stark, dass sie notfalls geanuso wie Wikie ihre Familie aus ausweglosen Situation retten könnten.


Die Story, auf die es dem Blogger aber auch hier wieder besonders ankommt ist die, dass der Staat nicht nur keinen Finger rührt, um der immer weiter zunehmenden Fettleibigkeit der Kinder und Jugendlichen zu wehren, sondern dass er sogar noch die Hersteller in seine ganz schüchtern in die Wege geleiteten, in Gegenrichtung führen sollenden Initiativen einbindet. Was natürlich den Effekt hat, dass alle Ansätze, die aus der gesundheitlichen Misere der Heranwachsenden herausführen könnten, gleich verwässert resp. gleich ganz aus dem Programm gestrichen werden. Sowohl die Story von der Marktbeeinflussung durch die Lebensmittelindustrie wie die von der Lethargie der staatlichen Stellen, die sich in der Art und Weise seiner Behandlung dieser Materie ausdrückt, verdienen es nach Einschätzung des Bloggers, ganz genau studiert zu werden.
HINWEIS
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Denn: So praktikabel ersterer bei der Erstellung der Posts ist - er unterschlägt jetzt nicht nur, wie zu Anfang, eine ganze Reihe von Bild- und Textmaterialien, sondern mit einem Mal gleich alle. Aus mir unerfindlichen Gründen.
oder

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