Mittwoch, 14. März 2012

1632 "DIE NR. 1 SAGT DANKE!"/2: Als Top-Kritikaster der Verhältnisse in diesem Nachtwächterstaat unterwegs, kann der Blogger hier die Pflegeabzocke...



.....aufs Tapet bringen, zu der die FAS dankenswerterweise in gleich zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben Stellung bezogen hat. Das, was dazu im Folgenden zu lesen ist, lässt einem die Augen mindestens so übergehen wie dem in einer Männerbüste verkörperten Zeitgenossen. Und auch begreifen, wie es dazu kommt, dass ein Pflegedienst immer der lachende Dritte ist.

Abweichend von der in aller Regel gehandhabten Praxis hat der Blogger in dem vorstehend erscheinenden Text keine Hervorhebungen untergebracht. "Die gepflegte Abzocke" wird hier vor allem aus Gründen der Raumökonomie nicht in voller Länge gebracht: nicht erfasst wurde eine in der Originalvorlage ziemlich genau über 22 cm sich erstreckende Textspalte, in der es um Varianten der betrügerischen Aktivitäten geht, die auf dem fraglichen Terrain entfaltet werden. Sie werden auch deshalb fortgelassen, weil sie im Gesamtzusammenhang der Darstellung dem Blogger irgendwie zu langatmig geraten erscheinen.

In der Mitte der 3. Textspalte beginnt ein Absatz mit den Worten "Und der Rechtsstaat schaut zu". Womit wieder genau das getroffen ist, was der Blogger im Umfeld dieses Eintrags besonders häufig angesprochen hat: die mangelnde Bereitschaft staatlicher Stellen, Missständen abzuhelfen, die in ganz fundamentaler Weise die Lebensbelange seiner Bürger berühren. Mit anderen Worten: Auch hier wieder der Nachtwächterstatus und die entsprechend unorganisierte Abwehr von Gefahren, die hier bis dato schon an einer ganzen Reihe von Schwachpunkten in der Gestaltung der Daseinsvorsorge durch den Staat nachgewiesen werden konnte.

In der Ausgabe 10/^12 kommt die Autorin Katrin Hummel noch einmal zurück auf die von ihr in der Vorausgabe angeschnittene Thematik, und zwar auf der Seite "MEINUNG" mit einer komprimierten Fassung des Beitrags "Die gepflegte Abzocke". Auch hier fragt sie "Warum verhindert das niemand?", sich dabei beziehend auf das Untätigbleiben der Behörden trotz massivst sich bemerkbar machender krimineller Usäncen in der Branche: "Der Pflegebetrug hat den Autohandel abgehängt, wenn es darum geht, mit kriminellen Methoden schnelles Geld zu machen. Das ist nicht erst seit gestern so. Wir alle bezahlen seit vielen Jahren dafür, dass betrügerische Pflegedienste sich die Taschen füllen."

Der Blogger empfiehlt, sich auch diesen Beitrag genauer anzusehen. Hier gesondert herausgegriffen seien nur noch die folgenden Daten:
  • Pflegedienste schießen wie Pilze aus dem Boden.
  • Praktisch jeder kann sich als Leiter eines Pflegedienstes etablieren, egal, was er gelernt hat.
  • So gibt es in Deutschland mittlerweile etwa 12000 Einrichtungen dieser Art.
  • Per anno erreicht deren Abrechnungsvolumen mit den Kassen ca. 10 Milliarden Euro.
  • Da hinter verschlossenen Türen geleistet, erleichtert das "händische Abrechnungssystem" die Betrügereien, weil die Behandlung auf einem Papierbogen dokumentiert ist, den der Patient zu unterschreiben hat - ohne dass die Möglichkeit besteht, nachträglich eingefügte zusätzliche Kreuzchen auf ihre Korrrektheit hin zu überprüfen.
  • Als Antidot bei dieser offensichtlichen Systemkrankheit schlägt die Autorin die Umstellung des Abrechnungssystems auf die Elektronik vor.
"Mehr Pflegeaufwand zu dokumentieren, als tatsäcllich geleistet wird, gehört zum Alltag vieler Pflegedienste. Jeder weiß das, auch die Pflegekassen. Es ist ein alltäglicher Wahnsinn": Solches lesend, muss sich doch der etwas hellere Kopf unter den Bewohnern dieses Landes fragen, welches Interesse denn wohl der Staat daran haben mag, dass es bei einem solch total unbefriedigenden Zustand dieses Systems bleibt, in dem a) die Pflegebedürftigen im Stich gelassen werden, b) die Bezahlbarkeit der ganzen Veranstaltung mehr und mehr in Frage gestellt erscheint, c) kriminelle Machenschaften infolge fehlender Kontrolle nicht nur nicht geahndet, sondern im Gegenteil sogar noch unterstützt werden; und d) der Staat somit auch an diesem Punkte wieder als reiner Nachtwächterstaat in Erscheinung tritt.

PS: Nachträglich hier eingebracht der folgende Cartoon, der diesen "Nachtwächterstaat" als das charakterisiert, was er tatsächlich ist, nämlich - ein "Machtwächter"-Staat.


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oder

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