Freitag, 25. Februar 2011

1073 Als "Laienapostel" unterwegs. Zunächst nach Wennigsen in die dortige Neustadtstraße. Wo er bei den Baptisten mehr geistige Heimat findet, als bei den Katholen/2.

Bei denen hätte er es z. B. nie gewagt, jemandem das Paternoster in der in letzter Zeit von ihm formulierten Weise vorzustellen: bei bis dato zwei Baptisten dagegen war das Echo auf die im Folgenden gebrachten - zunächst jeweils vorab mit Ziffern bezeichneten und später dann kommentierten - Abweichungen äußerst positiv. Das abgeänderte Paternoster nimmt sich so aus:

"VATER UNSER - DER DU BIST IM HIMMEL UND (1.) IN DEN HERZEN,
wo Du so gerne wahrgenommen werden möchtest:


Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
(2.) Deine in die Menschen gesetzten Hoffnungen mögen sich erfüllen.
(3.) Insbesondere die, dass wir aus dem Erleben der Fülle
und des bei Dir zu findenden Rückhalts heraus
mit der sich so einstellenden Ruhe

unseren Mitmenschen geben können, wessen sie bedürfen.

Vergib uns, dass wir gerade hierbei immer wieder versagen
- so, wie wir dies auch unseren Mitmenschen verzeihen.
Führe uns (4.) in der Versuchung,
und erlöse uns von dem Übel.
AMEN!

Denn Dein ist das Reich,
und die Kraft,
und die Herrlichkeit,
in Ewigkeit.
Amen!"
ad (1.): Aus dem Blogger unerfindlichen Gründen ist die für das menschliche Zusammenleben eigentlich viel wichtigere Präsenz Gottes in jedem Menschen, durch die dieser seine eigentliche Würde erhält, von Jesus nicht angesprochen worden - oder aber die entsprechende Aussage ist aus machtpolitischem Kalkül heraus später von der kirchlichen Obrigkeit kassiert worden. In Post 1066 lässt sich zu diesem Aspekt etwa auch die folgende, dem Blogger die Möglichkeit, sich selbst zu zitieren, gebende Darlegung finden: "4.) ferner die Aussage des in der sauerländischen Stadt Marsberg gelegenen Propsteikirche angetreten, ihr diese herausragende Stellung verleihenden Geistlichen - zu vernehmen bei dem nach dem Tod seiner Cousine dort veranstalteten Gedenk-Gottesdienst, wir seien als Brüder Jesu eigentlich von der Anlage her genauso wie er und könnten sogar zum Mitmenschen sagen "Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause": Uns fehle es nur an Mut, in gleicher Weise wie er auf den Vater und den Geist zu vertrauen."

ad (2.): Da es sich im Werdegang der Schöpfung immer wieder erwiesen hat - und auf diesen Umstand macht der nach Einschätzung des Bloggers heilige Abbé Pierre in seinem Büchlein "Mein Gott, warum?" eingehend aufmerksam -, dass die bewusste Kreatur sich immer wieder gegen eine Bestimmung durch einen höheren Willen auflehnte und gegen ihn revoltierte - dabei alle guten Wünsche, die der Schöpfer mit seinem Werk verbunden hatte, konterkarierend und außer Kraft setzend. Aus seinem persönlichen Erleben heraus glaubt der Blogger sagen zu dürfen, dass seitens der Transzendenz eine geradezu unendliche Sehnsucht nach aufgeweckten Gemütern besteht, die solches wahrzunehmen in der Lage sind und die zumindest etwas dazu beitragen, dass die in dem Schöpfungsakt beschlossenen Hoffnungen sich mehr und mehr erfüllen. Die für den entsprechende Aussage gewählte Formulierung soll diesem von Abbé Pierre aufgezeigten Dilemma abhelfen.

ad (3.) Anders als in der von Jesus gewählten Formulierung der Bitte um Brot arbeitet die hier gewählte, stärker auf den Mitmenschen bezogene, den Kernpunkt der ganzen Problematik dies Hungers heraus, nämlich, dass die ganze Gesellschaft, und in ihr die Individuen, daran kranken, dass sie keine Rückbindung an den Schöpfer finden, dabei dann, aus der nur dumpfen Ahnung heraus, dass sie sich damit irgendwie selbst schädigen, auf den - natürlich auch wieder nicht bewussten - Gedanken verfallend, sich an der Umwelt für das ungelebte Leben zu rächen, indem sie diese beschädigen. Bezogen auf den Hunger: indem sie anderen das für sie Erforderliche verweigern. Von seinem seit Jahrzehnten die Meditation ganz intensiv nach den Anweisungen des indischen Weisen Maharishi Mahesh Yogi betreibendem Freund in einem zu diesem Eintrag geführten Telefonat angesprochen: der Aspekt, dass aus der Erfahrung der Stille als der Sphäre des Göttlichen heraus ein solches Maß an Befreiung und Befriedigung erwächst, dass er sich darüber in den Stand gesetzt erlebt, aus der Erfahrung der Fülle heraus abgeben zu können, so Segen in seiner Umwelt stiftend. Das Himmelreich, von welchem Jesus in dem von ihm der Menschheit in den Mund gelegten Bitte spricht, würde sich - so mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seine Sicht - schon hienieden erreichen lassen, würden die meisten Menschen aus einer solchen Erfahrung der Fülle heraus einfach überfließen und andere an ihrem Reichtum - geistig wie materiell gesehen - teilhaben lassen. Welche Einstellung dann, ganz trivial und aus säkularem Blickwinkel betrachtet, sich eben auch als Sättigung von Hungernden darstellt.

ad (4.) Dass es hier heißt "in der Versuchung" anstatt "nicht in Versuchung", geht zurück auf - den auch wieder nicht "einfach so von ungefähr" dem Blogger durch einen evangelischen Diplomtheologen zur Kenntnis gelangten Sachverhalt, dass es für die entsprechende Passage in der griechischen Bibelübersetzung diese zweite Version der Übertragung gibt. Die erscheint ihm aus zwei Gründen angebracht: Einmal, weil es im Grund schwer vorstellbar ist, dass ein gutmeinender Schöpfer seine Kreaturen in Versuchung führt; des Weiteren, weil sich in der ja nur ungewohnten Übersetzung sehr gut das einfangen lässt, was als das Grundübel unter der gesamten bewussten Kreatur angesehen werden mag: die Neigung, sich anderen gegenüber zu überheben. Anders gesagt: das Leben, ja, das ganze Weltall ist erfüllt von dem Wunsch, dass die bewusste Kreatur es lerne, gerade in dieser Hinsicht weiterzukommen - sich im Endeffekt dann auch nicht mehr dem Schöpfer gegenüber überhebend. An diesem Punkte ist man dann bei der "Erbsünde" - dem Versagen des Menschen gerade in dieser Hinsicht; allerdings ganz anders verstanden, als von den Kirchen nur zu gerne deshalb ins Feld geführt, weil sie sich so als Heilsbringer ins Spiel bringen können.

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