Sonntag, 20. Juni 2010

758 "Schädliche Kameraderie - Staat und Banken paktieren zu Lasten der Bürger. Das wusste schon Rudolf Hilferding." So der Titel eines Beitrags, erschienen in der heutigen Ausgabe der FAS, und zwar in der Kolumne "DER SONNTAGSÖKONOM".

In ihm wird unter Rückgriff auf das vor 100 Jahren erschienene Buch des sich als Ökonom betätigenden Kinderarztes Rudolf Hilferding dargelegt, wie sehr die Regierungen dazu neigen, den Banken im gesamtgesellschaftlichen Geschehen das Sagen zu überlassen. Auch wenn der Autor des Artikels, Gerald Braunberger, die Gültigkeit der in dem Buch getroffenen Feststellungen für die heutige Zeit zu relativieren sich bemüht: bei der Lektüre des Artikels kommt man sehr schnell darauf, dass Hilferding die Dinge im Kern richtig sieht.

Gesondert zitiert seien aus diesem Text nur zwei Passagen. Einmal die Schlussfeststellung: "Für eingefleischte Marxisten blieb Hilferding ein sozialdemokratischer Abweichler. Und für die gemäßigte SPD nach Bad Godesberg stand er mit seinen Thesen zu weit links. 'Cheftheoretiker' der SPD wurde Karl Schiller." Ferner die Passage, die - wie auch aus dem in den Abschlusskasten gestellten Schaubild zu ersehen - erhellt, was es mit den Rettungsplänen für Staaten auf sich hat: "Die Rettungspläne im Euro-Raum sind weniger Rettungspläne für Griechenland oder andere südeuropäische Länder, sondern Pläne zur Rettung der Werthaltigkeit der in Bankbilanzen befindlichen Staatsanleihen aus diesen Ländern." Und es erhellt, dass die Staatsverschuldung beispielsweise Deutschlands höher ist als die der immer wieder gern als Finanzübeltäter vorgeführten Länder.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die Banken die Möglichkeit haben, sich der Risiken zu entledigen, die sich für sie aus diesen Papieren ergeben. Indem sie sie nämlich der EZB "andrehen". Und es werden die großzügigen Ausschüttungen von Boni an Bankmitarbeiter und von Dividenden an Aktionären angesprochen, mit denen die Finanzwelt auf die Mahnungen von Regierungen und Aufsehern reagiert, ihr Geld zusammenzuhalten und ihre Kapitalbasis zu stärken. Abschließend hierzu doch noch eine Passage im Zitat: "Die Zeche bezahlt der Steuerzahler. Im Gegenzug bekämpfen die Banken jeden Versuch, ihr Handeln mit effizienteren Regulierungen zu um umzäunen. Aus Zentralbankkreisen wird der bittere Spruch kolportiert, das einzige Gebiet, auf dem Banken derzeit innovativ seien, sei die Blockade neuer Regulierungen. Bisher ist nicht zu sehen, wie die Staaten das Heft des Handelns wiedererlangen wollen."



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