Montag, 29. August 2011

1307 "Wir befinden uns in einem Krieg" stellt der Fifa-Sicherheitschef dazu fest, dass Banden unter Milliardengewinn mehr und mehr Spiele verschieben.



Unter der vorgenannten Überschrift ist in der jüngsten FAS-Ausgabe Nr. 33 ein Interview mit Chris Eaton geführt worden. Zu ihm und zu der Thematik heißt es im Subtitel weiter erläuternd: "Die organisierte Kriminaltiät ist für den internationalen Fußball eine Bedrohung. Mit verschobenen Spielen setzen Banden Milliarden um. Fifa-Sicherheitschef Chris Eaton macht Jagd auf die Wettmafia."

In der dem Interview vorgeschalteten Info, die den Hintergrund schon vorab etwas mehr ausleuchtet, ist zu lesen: "Profis in Südkorea, Vereinsbosse in der Türkei und Schiedsrichter in Ungarn sitzen in Untersuchungshaft. In der vergangenen Woche hat der Weltverband Fifa jeweils drei Schiedsrichter aus Bosnien-Herzegowina sowie Ungarn wegen des Vorwurfs der Spielmanipulation auf Lebenszeit ausgeschlossen. Der Australier Chris Eaton war in leitender Position bei Interpol, bevor er zur Fifa wechselte. Der Verband will nun enger mit der Polizeiorganisation zusammenarbeiten und hat dafür 20 Millionen Euro freigestellt."

Die Dimension dieses Problems wird recht deutlich, wenn man liest, dass durch Spielmanipulationen - wohl so gut wie ausschließlich vorgenommen oder veranstaltet zwecks Erhöhung von Wettgewinnen - die in dieser Szene sich betätigenden Kriminellen weltweit mehr Geld machen als durch Drogenhandel. Wobei den allermeisten Lesern ja bekannt sein dürfte, dass auch dort schon Riesengewinne anfallen. Gegenüber denen sich die 20 Millionen Euro, die jetzt von der Fifa freigegeben worden sind, um den Übelständen abzuhelfen, gerade lächerlich klein ausnehmen.

Woraus für den Blogger auch wieder resultiert, dass man im Grunde gar nicht wirklich Durchgreifendes gegen die fragliche Kriminalität im Sinn hat, sondern mehr den Nutzen, den das florierende Geschäft vermeintlich der Gesellschaft durch den so entstehenden und ja im Sinne des Großkapitals liegenden Geldfluss bringt. Wenn er dann noch das Folgende hinzunimmt, dann findet er diese Sicht der Dinge weiter erhärtet: Selbst Leute wie Wilson Perumal aus Singapur, wegen zig weltweit verschobener Spiele jahrelang auf der Flucht, bekam gerade mal zwei Jahre Haft aufgebrummt.

Chris Eaton - interviewt von den Journalisten Michael Ashelm und Peter Heß - stellt in einem Zwischenresummee fest: "Es gibt Schwachstellen, die beseitigt werden müssen. Die Reputation des Fußballs ist auf manchen Gebieten sicherlich noch steigerungsfähig." Mit solchen Wort belegt er nach Einschätzung des Bloggers ebenfalls, dass man sich gerade auch bei der Fifa diesen Lendenschurz nur deshalb umtun möchte, um das nackte Interesse an dem Kapitalfluss nicht so sehr hervortreten zu lassen.

So wie die Dinge deshalb liegen, können die Betrüger sogar schon selbst die Spiele organisieren, in denen sie manipulierend eingreifen wollen. In einer an Eaton gerichteten Frage kommen seine Interviewpartner Michael Ashelm und Peter Heß zunächst darauf zu sprechen, dass die Wettmafia beispielweise bei den Begegnungen Bulgarien : Estland sowie Bolivien : Lettland alles arrangiert habe, darauf dann von dem Sicherheitschef Folgendes zu hören bekommend: "Die Sportverbände müssen da genauer hinsehen. ... Die Agentur mit dem Namen Footy Media International, die die Begegnungen organisiert hat, hat eigentlich nie existiert. Es gab weder eine Firmenregistrierung noch eine Internetseite. Alle Teams, die Vermieter des Stadions und die Schiedsrichter sind bar aus dem Koffer bezahlt worden."

HINWEIS
Nach Einführung der neuesten Firefox-Version scheint der folgende Vermerk für die meisten Webnutzer gegenstandslos geworden zu sein:
Wer mit dem Browser Firefox auf diese Seite stößt, ist besser beraten, den Internet Explorer, Safari von Apple oder GOOGLE Chrome zu verwenden.
Denn: So praktikabel ersterer bei der Erstellung der Posts ist - er unterschlägt jetzt nicht nur, wie zu Anfang, eine ganze Reihe von Bild- und Textmaterialien, sondern mit einem Mal gleich alle. Aus mir unerfindlichen Gründen.

oder

Keine Kommentare: