Montag, 28. Juli 2008

47 Mission - Stolperstein oder zum Eigentlichen hinführendes Aufbauelement?

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Anlässlich des gestern beim Baptistengottesdienst Wahrgenommenen sehe ich mich denn doch schon jetzt veranlasst, mich etwas eingehender mit dem Fragenkreis Missionierung zu befassen. So auch, da ja noch niemand auf meine Darlegungen in Post 44 hat eingehen können, den Versuch machend, mit mir selber zu diskutieren. Nur nebenbei bemerkt: Das, was ich dabei veranstalte, geht sehr stark in Richtung Besinnungsaufsatz. Der für mich zu Schulzeiten ein Horror war. So groß, dass ich im Abitur mit einem 'Ausreichend' in Deutsch davonziehen musste. Also: Das vorstehend erscheinende Material lag bei besagter Gelegenheit zur Mitnahme aus. Von den insgesamt 12 Seiten der Broschüre habe ich die m.E. aussagekräftigsten ausgewählt, um an ihnen meine Überlegungen festzumachen.

Die für Open Doors angetretene Dame hielt, über die zuvor vermittelten Sachinformationen hinaus, auch eine sehr bewegende Predigt. In den ersteren legte sie dar, dass es sich bei der fraglichen Vereinigung um eine interkonfessionelle Veranstaltung handele, die sich in erster Linie als Gebetsgemeinschaft verstehe. Schon allein von daher wollte mir der Ansatz sehr zusagen. Bin ich doch mittlerweile einigermaßen davon überzeugt, dass der Initiator der "Creatio Continua" nur zu gerne seinen segensreichen Einfluss zum Tragen kommen lässt. Wenn er denn sieht, dass damit auch Förderliches für das Gesamt verquickt ist. Von daher, dessen glaube ich mir sicher sein zu können, werden inständige Gebete immer wieder fruchten.

Mindestens genauso fruchtet aber, dies ist meine Erfahrung, das Hineingehen in die Stille, startend etwa so wie ich mit dem Ruhegebet. Oder, anders, mit dem Mantra der Transzendentalen Meditation. Oder mit den in Endlosschleifen gesungenen Taizé-Liedern. Oder mit noch anderer Bewusstseinstechnik, wie sie beipielsweise von den Sufisten, der Friedensbranche des Islam, verwandt wird. In einer solchen, nach Möglichkeit absoluten mentalen Stille gibt es kein Abwägen, kein Dafürhalten, keine Aufregung, kein Beurteilen - nichts mehr, was den Geist an irgendetwas festhalten würde. Man lässt einfach los, ist einfach nur noch und erfährt dabei, wie wohltuend die sich so auftuende Freiheit und der damit verquickte Friede sind. Albert Einstein hat gesagt, er wüsste gerne, wie Gott denkt: Bei solcher Praxis, dies glaube ich nach mittlerweile mehr als zweijähriger Meditationserfahrung sagen zu dürfen, kommt man einen Schritt über dieses reine Wunschdenken hinaus. Und: Man erlebt, wie sich Dinge für einen selbst wie auch für die Umwelt plötzlich in wundersamer Weise zu fügen beginnen. Wollte ich dazu eine Liste erstellen: sie würde endlos.

Und damit komme ich zu dem Punkt Missionstätigkeiten. Wie sie etwa von Open Doors wahrgenommen werden. Die sind gewiss aller Ehren wert, haben allerdings auch ihre Kehrseite. Da kommt es zu Reibungsverlusten - wenn man die bei der Verbreitung der Bibel und den mit ihr veranstalteten Unterweisungsveranstaltungen gebrachten Opfer einmal auf diese Kurzformel bringen will -, die nicht sein müssten. Zumindest nicht in dem Maße, wie sie auftreten.

Apropos Auftreten: An dem aus der Geschichte ersichtlichen Procedere bei der Missionierung wird deutlich, dass gewachsene Kulturen einfach überfremdet und zerstört wurden. Mit dem Argument, man bringe den Menschen ja schließlich das Heil. Es ist von daher nicht verwunderlich, dass Zeitgenossen zu der Ansicht gelangen, an diesem verfehlten Ansatz habe sich im Grunde nicht allzuviel geändert. Und wenn die dann auch noch um ihre Stellung oder Privilegien bangen müssen, die mit der Hinwendung ihrer Landsleute zu dem neuen Gedankengut plötzlich bedroht erscheinen, dann kann es nicht erstaunen, dass sich Widerstand regt.

Solche Bedenken hier einmal hintangestellt, lässt sich die Frage aufwerfen, was eigentlich Inhalt der Missionsbotschaft ist. Erstens und hauptsächlich wohl, dass der Herr der Welt ein liebender Gott ist, der das Wohl der Menschen im Auge hat. Zweitens, und dieser Aspekt verdient eine besondere Betrachtung, dass dieser Gott seinen Sohn hingegeben hat, um auf diesem Wege die Tilgung einer beim Menschen bestehenden Erbschuld zu bewirken. Und drittens, dass man getrost alles Leiden hinieden hinnehmen kann, weil ja in der Ewigkeit dauernde Glückseligkeit auf uns wartet.

Und an diesem Punkte komme ich zu dem aus weit vorbiblischer Zeit in die Gegenwart hinein tradierte ganzheitliche Wissen des Veda. Welches einen Zugang zu den Prinzipien und Mechanismen vermittelt, die dem gesamten Werden zugrundeliegen. Und die, in rechter Weise wahrgenommen, insbesondere zu einem Mehr an Erfüllung führen. Durch die Transzendentale Meditation, die der indische Weise Maharishi Mahesh Yogi seit Anfang der fünfziger Jahre in die Welt hinein hat tragen können, nimmt das Individuum - und nehmen die Gruppen, die sich zu gemeinsamen Ruheübungen zusammenfinden - Kontakt zu dem Bereich des Seins auf, aus dem alles erwächst und laufend neu gestaltet wird. Wer sich für den Ansatz interessiert, mag im Internet nachschauen unter
http://kevincarmody.com/vedic/tm.main.html .

Was Jesus den Menschen hat nahebringen wollen, war vor allem das Gottvertrauen. Dazu ist er nach meiner Einschätzung in die Welt gekommen - und nicht, um eine ja auch gar nicht mehr nachzuvollziehende Schuld für uns abzutragen. Sein weiteres Ziel: Die Menschen von der geradezu versklavenden engen Bindung an die eigenen Interessen zu befreien. Auch wieder nicht von ungefähr bin ich auf das Buch "Mein Gott, warum?" des französischen Priesters Abbé Pierre gestoßen, mit dem ich eben diese Einschätzung teile. Der für mich ein Heiliger ist - auch, wenn er von der Kirchenobrigkeit wegen seiner systemkritischen Einstellung nie zur Ehre der Altäre erhoben werden wird.

Die Liebe, die Hinwendung zum Nächsten ist das tragende Element in dem Wirken und in der Botschaft Jesu Christi. Geht man, wie er es auch immer wieder getan hat, in die Stille hinein, tut sich einfach ein sie speisender Quell auf. Dies ist die Erfahrung, welche auch ich, der ich nicht mit der TM meditiere, machen durfte. Auf Einzelheiten dazu soll hier zunächst nicht eingegangen werden.

Solche Liebe, aus der Begegnung mit der Transzendenz fließend, hat das Potential, ganz andere Effekte zu zeitigen als das, was durch die Kirchen - und ihre immer um ihre Positionen besorgten Repräsentanten - in die Welt hineinkommt. Insofern wäre der Welt die mit einer Maharishisierung verquickte Christianisierung zu wünschen.
In dem Sinne nämlich, dass das Wirken aus der Stille heraus den Vorzug erhält gegenüber einem doch oft allzusehr in Richtung Stimmungmache und Selbstvergewisserung gehenden Missionierungsansatz. Das Wirken aus der Stille heraus hat zudem den Vorteil, dass sich Ängste und Abwehrmechanismen bei den einer Vereinnahmung sich Widersetzenden - oder auch nur um ihre Privilegien Bangenden - erst gar nicht einstellen. Weil sich nämlich bei den aus einem solchen Ansatz fließenden Aktivitäten - gewissermaßen naturgesetzlich bestimmt - kein rechter Widerstand mehr einstellen will.

Immer mehr Menschen erfahren weltweit die segensreichen und die je eigene Kultur immer befruchtenden Wirkungen der Transzendentalen Meditation. Von denen die Zunahme an Vernetzungen im Gehirn und die dadurch verbesserte Denkkapazität, so insbesondere an US- und südamerikanischen Schulen und Universitäten wissenschaftlich nachgewiesen, hier nur als Segment aus einem viel umfassenderen Spektrum herausgegriffen sein soll.
Inhalt des durch den besagten Weisen vermittelten Wissens sind die Schöpfungsprinzipien oder Naturgesetzmäßigkeiten, die gerade auch im menschlichen Aktionsbereich zum Tragen kommen. Und die, werden sie recht wahrgenommen, sich in zunehmender Wohlfahrt für das Individuum wie für die Gesellschaft auszudrücken beginnen. Gestartet mit dem Vorsatz, seinen Landsleuten die von ihm für dringend notwendig erachtete spirituelle Erneuerung zu bringen, ist der genannte indische Weise sehr bald an den Punkt gelangt, an dem ihm die für den Westen noch dringlicher erschien. Verfolgt man seinen Werdegang, so kann man allein schon aus ihm ersehen, in welchem Maße er selbst von dem getragen wurde, was zu vermitteln er sich zur Aufgabe gemacht hatte.

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