Freitag, 22. März 2013

2127 Ein herrlicher BMW 501, Baujahr 1951 und auch erlebt in Kindheitstagen - hier vorfahrend mit weiteren Oldtimern aus der Münchner Autoschmiede und anderen Nostalgiegefühle weckenden Vehikeln.

 
 
Den BMW 501, der über sechs Zylinder verfügte, hat der Vater des Bloggers gefahren, bevor er sich den hier aus einem Photoalbum ausgekramten Achtzylinder 502 anschaffte. Mit diesem Teil unterwegs sein zu können, war den allerwenigsten vergönnt, kostete es doch Anfang bis Mitte der 50er Jahre so um die 14000 Mark - das mindestens Sechsfache des Preises, für den ein VW zu haben war. Zu der Zeit als freier Industriekaufmann vor allem für den im Ruhrgebiet ansässigen Bekleidungslieferanten Marcona tätig, konnte sich der Vater dieses Spitzenprodukt der deutschen Automobilindustrie leisten, weil er beispielsweise bei den von ihm beispielsweise in Zechenkauen organisierten Verkaufsveranstaltungen mit zum Teil über 3000 DM liegenden Einnahmen pro Monat rechnen konnte.
Ein BMW-Fan war der Vater des hier dessen Mitbringsel aus der Wehrmacht zusammen mit seiner nur wenig älteren Cousine Sixta anschiebenden, etwa 6 Jahre alten Jungen schon zu der Zeit, als beide noch in der damaligen SBZ wohnten - in Erkner bei Berlin. In welchem Ort, wie später zu erfahren war, sich auch Gerhart Hauptmann zumindest eine Zeitlang aufgehalten hat, dabei gewiss genauso wie der Vater die Nähe des unmittelbar am Ort befindlichen Flakensees und des von dort aus über das Kanalsystem zu erreichenden Müggelsees genießend.

An Sommertagen mit diesem Vehikel unterwegs zu sein, machte nicht nur den Erwachsenen, sondern auch ihren Sprösslingen ein Heidenvergnügen. Handelte es sich doch bei ihm um ein Cabrio, welches einem bei flotter Fahrt den Wind ordentlich durch die Haare fahren ließ. Dieses als Modell nicht näher gekennzeichnete Fahrzeug hatte der nicht in Gefangenschaft geratene, aber durch den Krieg an seinem Vorhaben, Ingenieur zu werden, gehinderteVater vor den Russen dadurch retten können, dass er es in seine Einzelteile zerlegen und insbesondere den Motor durch Vergraben vor ihnen verstecken konnte. Mit Hilfe eines befreundeten Eigners eines Ausflugdampfers sollte es ihm im Weiteren dann gelingen, den Erst-BMW hinüber in den Westen zu transportieren.

Das in Post 1273 aufzuschlagende Kapitel kann und will der Blogger sich mangels der dafür erforderlichen Muße jetzt gar nicht mehr ansehen - gebietet ihm doch die Fülle der noch anstehenden Themen und zu erörternden Zeitfragen, hier zeitökonomisch vorzugehen. Seine Vermutung geht aber dahin, dass sich zu dem dort präsentierten BMW V8 auch mehr technisch orientierte Details finden lassen werden.

Donnerstag, 28. Juli 2011


1273 Ein herrlicher BMW 502 V8 aus den 50er Jahren - hier neben einer ganzen Reihe weiterer Oldtimer aus nah und fern.

P 4, einer der letzten mit diesem Herstellungsverfahren - größeres Bild durch Anklicken!
Noch in Erkner hatte sich der verhinderte Ingenieur  auch an einem noch mit Holzgas betriebenen Opel P4 zu schaffen machen können, so seine Freizeit nach der Tätigkeit bei der Firma Bakelite Erkner nutzend, um sein technisches Geschick weiter auszubilden. Die dabei und bei dem Betrieb eines kleinen Motorbootes gewonnenen Fertigkeiten sollten es ihm im Westen, wo er zusammen mit seinem Sohn bei dreien seiner von insgesamt 6 Geschwistern zusammengebliebenen Verwandten eine Zeitlang hatte unterkommen können, dann später erleichtern, die beiden großen BMW, daran anschließend dann einen Ford Vedette, und weiter noch einen VW-Modell namens Samba immer denn mal wieder so instand zu setzen, dass er ohne die Hilfe einer Werkstatt auskam. Sein Sprössling konnte nur immer wieder darüber staunen, wie insbesondere die bis in ihren kleinsten Teile zerlegten Motoren im Fortgang der entsprechenden Arbeiten wieder zueinander fanden.
Zueinander gefunden hatten die vier Geschwister, wie bereits gesagt, nach der Flucht des Vaters, die ihm Jahr 1949, dem Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland, erfolgte. Vorstehend im Bild festgehalten die beiden Tanten des Bloggers, die links stehende Tante Dora, und die Tante Toni. Die sind auch auf den beiden folgenden Aufnahmen zu erkennen, die aus dem Jahr 1955 stammt und die die drei den Flüchtlingen Obdach gewährenden Geschwister neben der Frau zeigen, die der Vater nach dem frühen Verlust seiner Ehegattin - die Mutter Margot verstarb im Alter von 23 Jahren - hatte ehelichen können. 

Gemacht wurde dieses Photo in den Alpen bei der nach Italien führenden Hochzeitsreise. Bei der insgesamt neun Personen mit dem VW-Modell Samba über den St. Gotthard-Pass nach Italien gelangten. Weiter unten in dem Abschlusskasten ist ein Transporter dieses Typs in genau den Farben zu sehen, die das abwechselnd von dem Vater und dem Onkel gelenkte Fahrzeug hatte. Die Hochzeitsreise anzutreten, fiel den Verwandten des Vaters alles andere als leicht, mussten sie sich doch über eine längere Zeitspanne hinweg von ihrem geliebten Garten trennen, der nach der Beseitigung des Hühnergeheges - auf dem Bild mit dem Wehrmachts-BMW ist es noch vorhanden - sich so darstellte, wie es die beiden aus der Nähe des Küchenfensters heraus gemachten Aufnahmen erkennen lassen. Ob zur Zeit des Reiseantritts die beiden regelmäßig Jahr für Jahr gehaltenen Schweine noch in ihrem Koben standen und also hätten versorgt werden müssen, oder ob die 1955 gemästeten bereits geschlachtet worden war - dies vermag der Schreiber dieser Zeilen nicht mehr zu sagen.
 

 
Der zur Zeit der Flucht fünfjährige, hier zusammmen mit der Automobilgeschichte auch etwas seine persönliche Historie Skizzierende konnte heilfroh darüber sein, dass die drei Geschwister des Vaters ihn nach dessen Wiederheirat bei sich behielten. So kam er in den Genuß von sehr erbaulichen Kindheits- und Jugenderfahrungen, die es ihm im Weiteren ermöglichen sollten, sich trotz zum Teil widrigster Umstände recht gut in der Welt einzurichten. Hätte er mit dem Vater, der total in seinem Beruf und in seinen technischen Hobbys aufging und sich so gut wie überhaupt nicht um seinen Filius kümmerte, zusammenleben müssen: es wäre die reinste Katastrophe für den einen wie den anderen gewesen. Auch seine Cousine Sixta kann der hier seine Erfahrungen Rekapitulierende nur dankbar sein dafür, dass sie ihn stets begleitet hat, ohne auch nur ein einziges Mal herumzuzicken oder Streit mit ihm anzufangen.

So recht gut auf den Umgang mit Menschen vorbereitet, war es dem 21-jährigem Führerscheinerwerber - das vorstehend erscheinende Porträt wurde in dieses Papier eingeheftet - möglich, mit allen, die ihm begegnen sollten, gute und intensive Kontakte zu pflegen. Zunächst in Münster (Westfalen), wo er an der WWU ein Langzeitstudium absolvierte und dort den wunderbar mit ihm harmonierenden und alsbald  von ihm mit "Meister" titulierten Vermieter der Studentenbude kennenlernte, auf der sich ein noch trauteres Zusammensein ergab, als auf der Heckklappe des BMW 700, den er sich für exakt 700 DM hatte zulegen können, nachdem er sich über eine längere Zeitspanne mit zwei Lloyd Alexander TS - 19 PS und 25 PS! - durch die Lande hatte bewegen können. Den sowohl zum Fahren von PKWs wie von Motorrädern berechtigenden Führerschein konnte der auch als BMW-Fan in Erscheinung Getretene übrigens auch in einem BMW erwerben - dem Modell 2002, welches in dem hier eingangs gestellten Digitalisat ganz unten links auftaucht.
 
  
WEB.DE Partnersuche
Im Jahr 1968 befand der junge Mann, der hier vorstehend dreimal von der Kamera erfasst worden ist - zuletzt zusammen mit dem "Meister", seinem väterlichen Freund -, zwar nicht auf Partnersuche. Trotzdem war er aber riesig froh, dass ihm auf der Frauenstraße in Münster, die auf den dortigen Hindenburgplatz zuläuft, die junge Dame begegnete, die nach vier Jahren seine Gattin werden, fünf Kinder in die Welt setzen und dazu auch noch jede Menge Nützliches oder auch einfach nur Erfreuendes schaffen sollte. Wie beispielsweise die in dem folgenden Abschlusskasten, für die Damen der von ihr geleiteten Seniorentanzgruppe gedachten Bastelarbeiten zum Thema Ostern.

PS: Die letzten beiden Aufnahmen stammen auch aus der Zeit, in der der frisch Verliebte mit seinem BWM 700 durch die Gegend preschen konnte, wenn er, unterwegs im Auftrag der Post, die Eilzustellungen zu erledigen hatte, die frühmorgens noch neben der dann anschließenden normalen Brief- und Paketverteilung anfielen.


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