Montag, 25. November 2013

2294 Lokalkolorit Hannover/28: Auch den Spruch "Nazis must burn" haben am letzten Wochenende die gegen den Thor-Steinar-Laden auf der Podbi protestierenden Bürger bei einem Umzug auf ihre Laternen geschrieben.

Heute hat es mal wieder nicht mit der Zustellung der im Abo bezogenen HAZ geklappt. Der Versuch, bei "Paper, Print & More" ein Exemplar zu erhalten, war genauso wenig von Erfolg gekrönt wie der in den örtlichen Niederlassungen von Netto und NP. Auch in der Filiale des Gehrdener Backhauses war nichts zu machen - auch hier hatten sich die Kunden aus derselben Verlegenheit heraus die heutige Ausgabe besorgen müssen. Aber von der NP - nicht: "Niedrig Preis", sondern "Neue Presse"! - waren noch zwei Exemplare bei Netto zu erhalten.

In die heimischen vier Wände zurückgekehrt, machte sich Martin Cross dann an die Sichtung des Materials. Dabei stieß er auf den hier eingestellten, von dem Journalisten Harald Grube erstellten Text. Den Protest organisiert hat ihm zufolge eine 23-Jährige namens Silvi, die wohl auch schon bei anderen, in letzter Zeit in der Presse des Öfteren beschriebenen Demonstrationen mit dabei gewesen ist. Dies lässt sich auch aus ihrer Aussage schließen, es sei wichtig, "das wir verschiedene Protestformen gegen den Laden anmelden, um möglichst viele Leute anzusprechen".

Dem Bericht zufolge haben mehrere Dutzend Polizisten den etwa 200 Teilnehmern der Demonstration gegenübergestanden, wodurch insbesondere die zahlreichen Kinder unter ihnen nicht den allerbesten Eindruck von unserem ach so ordnungsliebenden Staat bekommen haben werden. Dies drückt die genannte Organisatorin so aus: "Ich bin sehr erschüttert von dem massiven Aufgebot, gerade weil so viele Kinder dabei sind."

Rührend, wie schon der kleine, zehnjährige Liam zu erkennen gibt, warum er bei der Demo mitmacht: "Die sind ausländerfeindlich und haben im Zweiten Weltkrieg viele Leute umgebracht." Passend dazu der in dem Titel dieses Internettagebuch-Eintrags zitierte Spruch "Nazis must burn". Der, wie der 27-jährige Malte auch aussagt, nur symbolisch zu verstehen ist und nicht dazu auffordert, die braunen Gesellen bei Schlips und Kragen zu packen und sie in einen großen Ofen zu werfen - so, wie es zu Zeiten des GröFaZ ja stetige und mehr und mehr sich ausbreitende Praxis war. "Leuchtender Protest" - so in der Bildunterschrift zu lesen - und "Nenndorf ist bunt" (das Motto der unweit von Hannover gegen die Aufzüge der kahlköpfigen Lederjacken protestierenden Menschen): Diese Aktionen machen Mut und tragen dazu bei, dass sich in unseren Landen der Bürgersinn mehr und mehr entwickelt und am Ende ein Gesellschaftsbild für selbstverständlich gehalten wird, wie es sich nachstehend symbolisch festgehalten findet.

PS: Einige Stunden nach dem Kauf der NP lag die HAZ, die ja ebenfalls vom Hause Madsack herausgegeben wird, im Postkasten des Hauses Angerweg Nr. 6. Wo Martin Cross domiziliert, das ALTE(R) EGO von Klaus Bickmann. Das stellte mit Erstaunen fest, dass in dem zweitgenannten Presseorgan mit keiner einzigen Zeile über den Demonstrationszug berichtet worden war. Was er auch darauf zurückführte, dass die NP etwas mehr auf Krawall gestimmt ist - so, wie das diesem Publikumsgeschmack entgegenkommende Massenblatt BILD. 


 

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