Freitag, 28. November 2014

2416 Karen Duve attackiert in ihrem Buch "Warum die Sache schiefgeht" Männer in Leitungsfunktionen. Damit reiht sie sich ein in die Phalanx der Autoren, die die sozialgestörten Vertreter dieses Geschlechts angreifen.

3sat.online - Mediathek: Kulturzeit-Gespräch mit Karen Duve
www.3sat.de/mediathek/?obj=47166
30.10.2014 - Video - Die Schriftstellerin Karen Duve erklärt uns mit ihrem Essay "Warum die Sache schiefgeht", "wie Egoisten, ... Sendung: Kulturzeit.
Der Schreiber dieser Zeilen hat sich vor einiger Zeit beim Fernsehen den Namen der Autorin des im Titel dieses Eintrags genannten Buches notiert und sich dieses ein paar Tage später in einem Wennigser Buchladen besorgt. Wenn er sich recht erinnert, liegt es Jahre zurück, dass er einen solchen Kauf getätigt hat. Weil er es, obwohl in seinem Berufsleben Lektor gewesen, überhaupt nicht mit der Lektüre von Büchern hat und mit der Tageszeitung - der Hannoverschen Allgemeinen - sowie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine ganze Menge mehr anfangen kann. 

Nachdem er sich das fragliche Buch beschafft hatte, ist er in der HAZ auf die hier folgend eingestellte Rezension gestoßen. Da er selbst immer wieder aufbegehrt gegen das, was in unseren Landen wie auch weltweit so abgeht und eine ordentliche Portion Wut wegen all der Missstände mit sich herumträgt, die, wie weiter unten nachzulesen, die Herren der Schöpfung zu verantworten haben, ist ihm der Rundumschlag gegen die Psychopathen, die sich laut Duve überproportional häufig in Chefetagen und allerhöchsten Ämtern tummeln und ihr Wutschrei höchst sympathisch. Das, was in der Einleitung des Buches über sie gesagt wird, hat ihm so gut gefallen, dass er sich die Mühe gemacht hat, sämtliche neun Seiten des Vorwortes zu scannen und in seinen Blog hochzuladen. Bei einer der Anfragen bei Google sollte er auf den folgenden Link stoßen, der ganz am Ende dieses Posts in seiner geöffneten Form erscheint.





"Wurscht ist es nicht, was Du tust"

Leserkommentar

Vom Heldenplatz zum Westbahnhof und retour - Ein kleines persönliches Résumée von "occupy Vienna"

Am Samstag versammelten sich in einigen österreichischen Städten Kapitalismuskritiker, um gegen die von ihnen empfundene Gier der Finanzmärkte zu demonstrieren. Einige persönliche Eindrücke von "occupy Vienna", einem sehr lebendigen Diskussionsraum in der Wiener Innenstadt.
"I wü nimma"
Ich stehe auf dem Heldenplatz und lese diese Aufschrift vor mir auf einer Umhängetasche. Warum bin ich hier? Weil auch ich ein "Indignado" bin, ein Empörter? Stéphane Hessels "Indignez-vous!" als Stichwortgeber, als Metronom der Empörung schlägt beharrlich. Die deutsche Übersetzung ist mit "Entrüstet Euch!" vielleicht schärfer getroffen. Ich bin auch so einer und höre in dieser Bewegung, die sich weltweit formuliert hat, einen Wutschrei von Menschen, die die Nase bis in die Nebenhöhlen gestrichen voll davon haben, Domestiken für ein chaotisch-mechanistisch ablaufendes Glasperlenspiel zu sein.
Wer will ein Leben führen, das sich als "volkswirtschaftliches Abfallprodukt" rechtfertigt? Das planetarische Ausmaß erlaubt jetzt aber kein Wegsehen mehr oder ein Entfleuchen in ein Abseits. Jenseits des Kapitalismus beginnt das Weltall. So schaut's wohl momentan aus.
Ein Aufschrei gegen die Marktwirtschaft
Ein Aufschrei, der die finale Existenzberechtigung auf die Selbstbehauptung in einem totalen Konkurrenzkampf innerhalb eines zur Naturgesetzlichkeit hoch geplusterten marktwirtschaftlichen Syndroms herunter gebrochen ist.
Das stößt bitter auf und erscheint vielen Menschen zunehmend als das, was es ist: eine antiquiert verstaubte Parodie auf den Menschen aus einer Epoche der bürgerlichen Grabenkämpfe gegen absolutistische Fürstenhäuser um politische Macht.
Endstation: die Gesellschaft zerfällt
Im Grunde verabscheuenswertes Betragen konvertiert aktuell scheinbar zur Tugend, Überleben oder Untergang als sportliche Disziplin, das Bild smarter Macher, "Hurentreiber und Geldraffer" (Aldous Huxley), zur Nachahmung schon den Kleinsten empfohlen. Der Mensch reduziert auf ein ferngesteuertes Vehikel? Ist das das Endstadium einer zerfallenden Gesellschaft? Ist es das, was nach vier Jahrhunderten wirtschaftlicher "Modernisierung" bleibt?
Dieser Meinungskonsens über Märkte und Wachstum spannt sich scheinbar in Bausch und Bogen von links bis rechts, von "blattgrün" bis "eisenhutblau" und ist den ganzen Tag über spürbar.
"Vom kleinen Bürger, der wissen will, wer ihm auf den Kopf gemacht hat"...
... steht auf der Kartonage eines kleinen Buben (in Anlehnung an den Buchtitel "Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat" von Werner Holzwarth).

Daneben eine gezeichnete Comicfigur, ein dezentes Häufchen auf dem Kopf. Ich muss schmunzeln. Eine perspektivenlose, postdemokratische Politik, die sich am Ende einer Illusion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der Krisenverwaltung zurückgezogen hat.
Am Ende des Protesttages bilden die "Empörer" einen Kreis. Darin beginnen Menschen zum Rhythmus von Trommeln zu tanzen - offenbar steckt in uns ein" Viech, das noch nicht tot geprügelt" worden ist. Purer Rhythmus, blanker Herzschlag. Dieser Tag hinterlässt mich einigermaßen ratlos. Nur so viel ist mir klar: wurscht ist es nicht, was man tut. (Leser-Kommentar, derStandard.at, 17.10.2011)
Autor
Harald Kerner, Jahrgang 1975, arbeitet als Technischer Angestellter in Wien.

23 Postings
Danke für kritische KommentarePropagiert habe ich an sich kein System als schlüsselfertige All-Inclusive-Alternative. Kapitalismuskritik bedeutet ja kein Hopsen auf Lenins Schoß. Der kommunistische Staatskapitalismus sowjet. Prägung hat versucht, auf Niveau des frühen Industriekapitalismus des 19. Jhdt. anzusetzen, um mit veränderten Besitzverhältnissen ein warenproduzierendes System im Eilgang zu schaffen - von fürstenähnlichen Funktionärseliten als ekelhafte Diktaturen geführt (die Opfer des Systems sind ja nicht zufällig "passiert"). Wenn man menschliches Dasein nicht rein funktionalistisch als Rohstoff, sondern als "Zweck an sich" betrachten will, bietet der sog. Realsozialismus des ehem. Ostblocks erst recht keine Antworten.
Hoppla, unabsichtlich doppelgeklickt
Da geht's langDanke für die Rückmeldungen, habe mich sehr darüber gefreut!
Die ungeschnitte Fassung liegt unter http://kerner.meinblog.at/

Mich hat vor allem der einleitende Absatz etwas irritiert, der sich da eingeschlichen hat, der von Kapitalismuskritikern spricht, die gegen die von ihnen "empfundene Gier der Finanzmärkte" demonstrierten. Ich denke, dass ernsthafte Kapitalismuskritik sich nicht auf ein scheinheiliges Anprangern der "Gier" einzelner "Marktteilnehmer" beschränken kann. Habe versucht, das auch nicht so darzustellen.
18.10.2011, 15:15
Fundamentale Grundlage der Basis"Ein Aufschrei, der die finale Existenzberechtigung auf die Selbstbehauptung in einem totalen Konkurrenzkampf innerhalb eines zur Naturgesetzlichkeit hoch geplusterten marktwirtschaftlichen Syndroms herunter gebrochen ist."
Guter Mann, Sie hätten einmal die Krankenhäuser im alten Ostblock vor 1989 sehen sollen, dann wären Sie vielleicht draufgekommen, dass in dem von Ihnen propagierten System schon die initiale Existenzberechtigung auf die Unterwerfung in einem totalen Klassenkampf innerhalb eines zur Mustergesellschaft (O-Ton: Paradies der Werktätigen) hoch gebrüllten kollektivwirtschaftlichen Syndroms herunter gebrochen ist. Den Aufschrei lass ich weg, der war nämlich damals, in der Mustergesellschaft, verboten.
Da geht's langDanke für die Rückmeldungen, habe mich sehr darüber gefreut!
Die ungeschnitte Fassung liegt unter http://kerner.meinblog.at/

Mich hat vor allem der einleitende Absatz etwas irritiert, der sich eingeschlichen hat, der von Kapitalismuskritikern spricht, die gegen die von ihnen "empfundene Gier der Finanzmärkte" demonstrierten. Ich denke, dass ernsthafte Kapitalismuskritik sich nicht auf ein scheinheiliges Anprangern der Gier einzelner "Marktteilnehmer" beschränken kann. Habe auch versucht, das nicht so darzustellen. Und als Erlebnisbericht eines sonnigen Demo-Tages war das Ganze auch nicht gedacht.
+
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01
18.10.2011, 07:39
Außerdemwaren wir viel zu wenige Empörte :-(((
18.10.2011, 06:40
Grundproblem = GeldsystemDas Leben ist lebensgefährlich und endet mit dem Tod. Dagegen sollte man einmal so richtig protestieren, aber rauskommen wird da gar nix, weil die kapitalistische Verschwörung der Bestattungsunternehmer im Verbund mit den korrupten Politikern das von vornherein unterbindet. Solange die Protestierenden nur ihre diffuse Befindlichkeit lauthals zu Markte tragen und dies auch können, kann das System nicht so schlecht sein, denn anderswo könnten sie das nicht. Und solange nur so schräge, ökonomische Theorien wie die des Kollegen Hörmann durch die Gegend geistern, ist das bestehende System - mit all seinen Fehlern - bei weitem jeder Systemveränderung vorzuziehen. Im übrigen ist es auch so, dass der Madoff schon lange sitzt.
Das Grundproblem ist das Geldsystem.
Prof. Dr. Margrit Kennedy - Geld regiert die Welt! - Wer regiert das Geld?

http://www.youtube.com/watch?v=7uRfkiapj2w

Das Ende des Geldes, Prof. Hörmann und Pregetter:

http://www.youtube.com/watch?v=6... re=related

Interview mit Prof. Franz Hörmann. Wien, 2011.04.14

http://www.youtube.com/watch?v=q... re=related

http://le-bohemien.net/2011/09/0... ld-machen/

Usw.
17.10.2011, 22:45
sie wollen die demonstranten verarschen,oder?
17.10.2011, 20:25
Vom kleinen Pferd, das wissen wollte, wer es zum Wallach gemacht hat.Ich gebe zu, etwas enttäuscht zu sein. Mein Text sieht hier doch etwas anders aus, als der, den ich heute morgen aus meinem Email Postfach fahren ließ. Tranchiert - Sinn und stellenweise auch die Grammatik auf der Strecke geblieben. Versehrte Zeilen, irgendwie.
Am meisten weh tut mir die Frage: "Wo stehst Du, Mensch?", die es nicht geschafft hat - war ein zentraler Punkt für mich.
18.10.2011, 09:05
Falls Sie den ganzen, ungekürzten Text veröffentlichen wollen, würde wir das sehr gerne auf dem Blog bei www.banken-volksbegehren.at tun.
Bei Interesse bitte das Kontaktformular benutzen.

lg
18.10.2011, 05:43
ist literarisch noch immer ein hammer :)
würd aber auch gern das ganze lesen
VIELEN DANK STANDARD;)

meine lieblingsstelle:
Domestiken für ein chaotisch-mechanistisch ablaufendes Glasperlenspiel
18.10.2011, 07:53
@Herr KernerViele Standardy`s sind sympathisch frech,sympathisch respektlos oder symphatisch unverfroren in allen möglichen Gebieten unterwegs,mit einer Ausnahme:
Im österreichischen Systemanalysen-Haifischbecken bewegt sich der Standardy`s - Großteil lammfromm.

Beispiel gefällig?

Seit letzten Freitag läuft in D eine - Vorsicht sehr böses Wort -

Milliardärs-Großrazzia.

Im Standard kein Thema,deshalb bekommt auch der Ex-Standard-Werbespruch vom Oscar eine andere Färbung:

"Die Stimme der Vernunft ist leise..."
Der Standard spielt:
#Occupy Alphabet

mit Leserkommentaren.

Darum bleib' ich bei Postings.

(I make word sandwiches. You can find and eat them here)
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01
18.10.2011, 00:56
Du bist ein Schwafler"Ein Aufschrei, der die finale Existenzberechtigung auf die Selbstbehauptung in einem totalen Konkurrenzkampf innerhalb eines zur Naturgesetzlichkeit hoch geplusterten marktwirtschaftlichen Syndroms herunter gebrochen ist."
Ja, so sinds unsere Zeitungen. Wie in der Politik: die Bevölkerung/Leser für sich arbeiten lassen, aber jede System-Kritik bekämpfen und ja nicht aufkommen lassen.
Miese Politik=mieser Journalismus

Trotzdem: guter Kommentar, nur nicht entmutigen lassen.
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13
17.10.2011, 22:24
Trotzdem: Mehr davon bitte :)
Könnten Sie den kompletten Text...... nicht in einem Blog posten und hier den Link reinstellen? Ich glaube, viele würden sich freuen.
Und Der Standard müsste sich wieder einmal schämen, und sich fragen, warum wieder einmal ein Blog einer Zeitung vorgezogen wird... Ätsch.
17.10.2011, 21:06
Der Tod ist mein Todfeind (Canetti)Ist doch schön und flott geschrieben, diese Geschichte - und lauter Bilder im Text, ich hab mich gefreut - mal kein Schulaufsatzstil sondern lustig!
Mehr Experimente bitte, nicht alle Sprachweisen einflachen im Standard

lass bitte noch mehr aus deinem postfach fahren :)
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12
17.10.2011, 21:04
nix für ungutaber der Text is so schon schwülstig genug
17.10.2011, 21:03
sie haben einen (text) fahren lassen?
17.10.2011, 20:55
das musste vermutlich dem da weichenMEHR ZUM THEMA
Leben:Bank Austria, immer für Sie da
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*bedauerlich*
Bedauerlich.Aber es spricht Bände.

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