Mittwoch, 23. Dezember 2015

2476 Hier schimpft der Blogger mit einem seiner zahlreichen Adressaten seiner Rundmails. Dieses vor jetzt fast ganz genau 8 Jahren.

 Paul von Hindenburg, 1930 SZ Photo
 
From: k_bickmann@web.de
Sent: Saturday, January 13, 2007 3:36 PM
To: 0-Ben
Subject: Wie heißt es in einer der letzten Mails von Ben Winter?:....
 
…..“VERFASSUNGSBESCHWERDE  ENTGEGEN  HEUTIGER  EU-PRINZIPIEN“

        Lieber Ben!

         Ich kann und will mich nun wirklich nicht über alles und jedes in der Weise aufregen, wie Du es augenscheinlich zu tun beliebst. Die Geschichte mit den Gräbern werde ich, passend zum Bild, wohl in der Versenkung verschwinden lassen. Und das eine oder andere noch dazu.

         Und etwas hätte ich noch zu bemäkeln: Wenn Du schon hergehst und großartig Protest anmeldest – dann muss der aber auch so daherkommen, dass er eingängig ist und anspricht. Ich empfinde die obige Formulierung beispielsweise als recht unglücklich, wie recht viele schon zuvor. Oder jetzt auch wieder bei Deiner Mail „Aktuelle Trends…“. Eine Verfassungsbeschwerde „entgegen“ kann, nein muss auf das „ent“ verzichten, und entgegen „heutiger“ müsste eigentlich heißen „heutige“ – wenn ich den Sinn recht verstehe. Ich muss leider sagen: Der Sinn Deiner Rede erschließt sich mir allzu häufig zu wenig.

         Manches von dem, was Du schreibst, klingt etwas verquast, wenn ich das als ehemaliger Lektor mal so sagen darf. Da bräuchte es etwas mehr Stilempfinden und sprachliche Korrektheit, um beim Publikum wenigstens einigermaßen anzukommen. Ich könnte hergehen und Dir eine Sammlung an Stilblüten erstellen, möchte aber aus verschiedenen Gründen darauf verzichten.

         Schon bei meinen eigenen Rundmails habe ich die große Sorge, dass da allzu oft etwas unter SPAM einsortiert und damit einfach abgetan wird, was eigentlich eine etwas nähere Betrachtung verdiente. Wenn ich die Phalanx Deiner Mails so Revue passieren lasse, dann sehe ich diese Gefahr als ungleich größer an – mit einem entsprechend beim Publikum wachsenden Unmut. Daher nochmals meine Bitte: Etwas mehr Sorgfalt! Was nicht heißen soll, dass mir nicht auch immer denn mal wieder etwas nicht so gerät wie es eigentlich sollte.

         Diese Bemerkungen wollen nun keineswegs den einmal aufgenommenen Kontaktfaden abschneiden – dazu erscheint er mir schon als zu tragfähig, wenn ich mal im Bild bleiben soll. Welchen Stellenwert ich ihm mittlerweile einräume, magst Du daraus ersehen, dass ich Deine Anschrift mit der vorangestellten „0-“ so in mein Adressenverzeichnis aufgenommen habe, dass sie ganz vorne rangiert (dies übrigens auch ein ganz praktischer Tipp für Dich für ähnlich vorrangige Adressat/en/innen).
Mit Besserwisserei haben meine Anmerkungen, recht besehen, nichts zu tun.
         Damit erst mal wieder Schluss und beste Grüße von den Deisterhöhen, aber nicht von oben herab               Klaus     Bredenbeck, am 13.1.07 
      


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