Freitag, 3. Juni 2011

1191 In memoriam JAN KARSKI alias Jan Kozielewski: Er war es, der sowohl Briten wie Amerikanern als Augenzeuge von der Judenvernichtung berichtete, ohne allerdings bei denen Gehör zu finden. Aus dem Text herausgreifen möchte der Blogger gesondert hier nur ein Absatz sowie die Schlusspassage eines Absatzes.

"Als Überbringer dieser Botschaft ist Jan Karski in die Historie eingegangen. Er war der Mann, der den Holocaust im Alleingang zu stoppen versuchte - und der scheiterte, weil die Alliierten ihm zwar zuhörten, aber nicht im hinreichenden Maße handelten. Sie bombardierten nicht die Schienenwege nach Auschwitz. Sie warfen nicht Millionen von Flugblättern über Deutschland ab, um die Verbrechen gegen die Juden öffentlich und jeden Deutschen damit verantwortlich zu machen. Sie versorgten den polnischen Widerstand auch nicht mit Waffen. Die Alliierten hatten ihre eigenen militärischen Ziele. Sie gewannen den Krieg, aber die europäischen Juden starben erst einmal weiter."

"Karski wird Zeuge, wie zwei Burschen der Hitler-Jugend Schießübungen auf Juden machen, nach einem tödlichen Treffer jubilieren und sich beglückwünschen." Glückwunsch an Dich, Du Deutsches Land, dass Du solche Kreaturen nicht nur hervorgebracht, sondern auch noch nach Kräften gefördert hast! Und Glückwunsch an Dich, Du als Freiheitsbringerin angetretene Macht USA, dass Du Dich aius der ganzen Misere, die die "Nation der Dichter und Denker" über die Juden und die ganze Welt gebracht hat, so schön lange hast heraushalten können!

Donnerstag, 2. Juni 2011

1190 Heute am Vattatach dem Rummel auf dem Hof der örtlichen Kornbrennerei einen ruhigen Waldwinkel vorgezogen, an welchem Frohsinn Lüdersen schon seit 25 Jahren alles herrichtet, damit vorbeikommende Wanderer eine Pause einlegen und sich eine Kleinigkeit gönnen können.

Um die 50 bis 60 dürften es gewesen sein, die in der Zeit von 11 - 16 Uhr in dem nahe des ehemaligen NATO-Bunkers - vgl. Eintrag 1035 - gelegenen Waldwinkel mit seinem relativ lichten Bestand extrem hocher Buchen so eintrafen, dass diese Gruppengröße dauernd beibehalten wurde.

Selbst schon um 10 Uhr auf der Bildfläche erschienen und gleich ordentlich beim Aufbau der Bänke und Tische mit angepackt. Zuletzt die drei auf dem für die Anfuhr des Trinkgutes genutzten Treckergespann untergebrachten drei Tische so auf dem Waldboden platziert, dass sie als Verkaufstresen dienen konnten. Dadurch dann neben dem Kassierer und einem hauptsächlich für den Ausschank zuständigen Sangesbruder unauffälig in die Rolle einer Schankhilfe geraten. Die über die 5 Stunden hin teilweise sogar noch die beiden anderen Funktionen mit übernehmen und mit den Leuten, die ihre Cola, Fanta, ihr Wasser, ihren Spezi und - ganz, ganz gelegentlich - ihren Wein orderten, manch launigen Wortwechsel führen konnte.

Der neben dem Blogger sitzende Hauptmatador der Szene beklagte, dass auch in diesem Jahr es wieder hauptsächlich die - etwa 2 bis 3 km entfernt wohnenden - Bennigser seien, die das Gastaufkommen bestritten: von den Lüdersen seien dieses Mal sogar besonders wenige zu erblicken. Wie auch immer: Selbst jedenfalls riesig froh darüber gewesen, in gepflegter Atmosphäre und im netten Umgangston vor allem mit der Thekenmannschaft einige schöne Stunden verbringen zu können. An deren Ende dann die Klappbänke und -tische verladen werden wollten. Quasi als Zugabe danach mitgenommen: Dass die Grillwürstchen, die einem der Gäste sogar noch nach 6 verzehrten Stück noch einmal hatten munden wollen, von der Metzgerei Gramann in Hiddestorf stammten - eine Adresse, die natürlich zwengs eigener Grillvorhaben gleich vermerkt wurde. Zu diesen Grillplänen übrigens auch einen Teil beitragend die entsprechenden Informationen aus der am Montag vom Fischfeinkost-Händler Lindemann in Hagenburg mitgenommenen Broschüre: 1189

1189 Per pedes apostolorum auf dem an der Sigwardskirche vorbeiführenden Pilgerpfad unterwegs - der allerdings nur zu Fischgründen führen sollte, von denen her sich allerdings auch schon wieder relativ leicht ein biblischer Bezug herstellen ließe.

Gestern die schon geöffnete Tür unseres Nobelschlittens doch wieder kaltblütig zugeschlagen, dieweil mal wieder heiß auf eine Exkursion mit der neuen Power Walking-Ausrüstung gewesen. Mit der Tageskarte zum Preis von etwas über 4 Euro ging's zunächst mit der S-Bahn bis zur Endstation Haste. Von dort sollte die Wanderung beginnen, um gegen Nachmittag mit der Rückfahrt von dort abgeschlossen zu werden.
Bei einer Laufgeschwindigkeit von um die 4,5 km/h nach zwei Stunden gegen 13.30 h laut Schildangabe noch 3 km von Hagenburg entfernt die gesamte Wegstrecke überschlägig ermitteln können: 12 km. Da konnte die Holde eigentlich nur mühsam lächeln: Soll's demnächst auf den Rennsteig gehen, dann braucht es noch so einiges an Tageskilometern mehr, um in die rechte Übung zu kommen. Hagenburg aber ist der Ort, den der Blogger und seine Holde vor allem mit dem Feinkostgeschäft Lindemann assoziieren, wo es vorzügliche Fischmahlzeiten zu genießen gibt:
Am Wege liegend die Sigwardskirche, in den Informationstexten ausgewiesen als der bedeutendste sakrale Kleinbau im deutschen Sprachraum - erstellt im 12. Jahrhundert und damit im Baustil der Frühromanik. Die hier eingebrachten Informationsunterlagen konnten deshalb mitgenommmen werden, weil der Türschlüssel ankündigungsgemäß im Vorraum des Pfarreigebäudes auslag, von wo ihn abzuholen der Blogger seine Holde als ehemalige Pfadfinderführerin berufen sah.


Eindrucksvoll in dieser Kirche vor allem die Wandmalereien - obwohl einige Teile der Fresken nur noch in Teilen erhalten geblieben sind. Dass sie nach den bis dato verstrichenen Jahrhunderten überhaupt noch so gut erkennbar sind, verdanken sie dem Umstand,

  




dass sie über eine ebenfalls sehr lange Zeitspanne hinweg durch einen Kalkanstrich überdeckt wurden. Dieser trug, wie sich nach dessen Entfernung in den Jahren 1930 - 34 herausstellen sollte, im Endeffekt zu ihrer Konservierung bei. Heute hat die Sigwardskirche vor allem auf kulturellem Terrain eine Funktion, wie sich aus der zuletzt zu ihr eingebrachten Info ablesen lässt.

Bei Lindemann angekommen, dann festgestellt, dass die über längere Zeit hinweg so gut wie pausenlos - im Abstand von nicht einmal 5 Minuten - vom nahegelegenen Flugplatz Wunstorf abhebenden Zweipropellermaschinen irgendeine Ladehemmung gehabt haben müssen, war doch am Himmel keine neue mehr zu erblicken. Auf der Speisekarte dafür dann aber jede Menge verlockender Gerichte entdeckt und davon dann Seelachs ausgewählt: einmal mit Bratkartoffeln, einmal mit Specksalat. Mit drei recht großen Filets fiel die Portion wieder einmal so ordentlich aus, so, dass im Endeffekt dem männlichen Wanderungsteilnehmer der Sinn auf die Mitnahme eines der ebenfalls köstlichen Salate verging.

Etwas auffällig war an dieser Tour für den Blogger die ständige Wiederkehr der Zahl 8: Ziemlich genau 8 Euro kostete der bestellte Seelachs samt eines Glases Coca Cola; genau 8 Minuten dauerte die Wartezeit auf den Bus, der die beiden sich nicht weiter der Hitze aussetzen wollenden Wanderer über Steinhude nach Wunstorf bringen sollte; abweichend von der Regel sollte nach wieder 8minütiger Wartezeit der Regionalexpress nach dem auch wieder ziemlich genau 8 Minuten entfernt liegenden Haste abfahren - abweichend von der Regel von Gleis 8; auch bis zur Abfahrt der S-Bahn Richtung Hannover verstrich eine Zeit von ca. 8 Minuten. Das Maß der Achten wäre voll gewesen, wenn die beiden Ausflügler die nach Springe fahrende Buslinie so hätte nutzen können, wie es für alle Stunden außer der ihrer Ankunft auf der elektronischen Anzeige erkennbar war, nämlich ganz genau 8 Minuten nach ihrem Ausstieg aus der S-Bahn.